Noch acht Monate Türkis-Grün? Von den Schicksalsgenossen Karl Nehammer und Rishi Sunak, den Regierungschefs Österreichs und Großbritanniens, die einander am vergangenen Dienstag in Wien trafen, war hier gestern wie auch in der Sonntags-„Krone“ und auf krone.at die Rede. Beide Herren sind Chefs konservativer Parteien, beide regieren als Erben besonderer und bei den letzten Wahlen besonders erfolgreicher Vorgänger – Sebastian Kurz und Boris Johnson (auch wenn dazwischen noch jeweils unbedeutende Kurzzeit-Kandidaten – hier Alexander Schallenberg, dort Liz Truss – kurz im Amt waren). Und beiden stehen bei den nächsten Wahlen im Herbst tiefe Abstürze bevor. Der große Unterschied: Der Brite zog diese Woche die Reißleine – seine Landsleute wählen nun schon am 4. Juli statt wie erwartet im Oktober. Die Österreicher müssen bei Ende September bleiben – kurzfristige Vorverlegungen mit nur sechs Wochen Vorlaufzeiten wie in Großbritannien sind hierzulande unmöglich. Vom schnellen Wählen dürfen wir in Österreich nicht träumen, wir müssen uns auf weitere vier Monaten Türkis-Grün bis zu den österreichischen Wahlen einstellen. Und, davon muss man ausgehen: Dieser Wahl werden die vielleicht zähesten Regierungsbildungs-Verhandlungen folgen, die wir je hatten. Das kann gut und gerne noch einmal vier Monate dauern. Heißt also womöglich: insgesamt noch acht weitere Monate Nehammer-Kogler und Co. Für nicht wenige Österreicher eine albtraumhafte Vorstellung.
Weiter Gemurkse. Na, was sagen denn die krone.at-User zur Unmöglichkeit des schnellen Wählens in unserem Land und der sich daraus ergebenden Fortsetzung von Türkis-Grün? Dass wir das „türkis-grüne Gemurkse noch viele, viele Wochen erdulden müssen“ – dieser Satz sei eine Punktlandung, meint stellvertretend einer der vielen Poster. „Bei uns hätten Neuwahlen schon längst stattfinden müssen, dann hätten wir uns vieles erspart“, meint ein anderer in seiner Wortmeldung auf krone.at. „Hätten wir eine Regierung mit Anstand und Verantwortungsbewusstsein, wären die Wahlen schon vor Monaten erledigt worden“, ein weiterer. Doch während einerseits viele das Ende dieser Koalition herbeisehnen, manche auf die Blauen als Retter setzen, (während andere wiederum darauf verweisen, dass die FPÖ-Minister bei der blauen Regierungsbeteiligung seinerzeit „gezeigt haben, was ein Gemurkse ist“) bleiben andere pessimistisch: „Ja, wirklich ein Gemurkse, nur: kann´s besser werden?“ fragt sich einer in seinem Posting. Und ein weiterer teilt zwar auch die „Gemurkse“-Einschätzung, zitiert aber Wilhelm von Humboldt: „Man muss die Zukunft abwarten und die Gegenwart genießen oder ertragen.“ Tja, wir warten und werden ja sehen…
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