Prozess in Feldkirch

Drogendeals im großen Stil abgezogen

Vorarlberg
22.05.2024 06:05
Porträt von Chantal Dorn
Von Chantal Dorn

Familienvater machte in Vorarlberg über Jahre Drogengeschäfte im großen Stil. Am Dienstag setzte es das gerichtliche Nachspiel in Feldkirch. 

Wegen des Verbrechens des Suchtgifthandels und Vorbereitung von Suchtgifthandel ist am Dienstag der unbescholtene Oberländer nicht rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt worden. Zudem muss er dem Staat einen Verfallsbetrag von 845.000 Euro zahlen. Der Senat sah es als erwiesen an, dass der Mann im Zeitraum August 2020 bis Februar dieses Jahres knapp 18 Kilogramm Kokain und 16 Kilogramm Cannabiskraut für rund 900.000 Euro eingekauft und gewinnbringend weiterverkauft hat.

Internationale Ermittlungen
Zudem hatte der Angeklagte in seiner Wohnung Cannabis gezüchtet. Hier ging die öffentliche Anklägerin von einem Ernteertrag von 400 Gramm aus. Wie bereits bei seiner polizeilichen Befragung hüllte sich der Angeklagte auch im Prozess zu den Vorwürfen der beträchtlichen Kokain- und Cannabismengen in Schweigen. Lediglich zu seiner im Zuge der Hausdurchsuchung entdeckten „Privatplantage“ und dem Verbleib der Ernte nahm er Stellung. „Zum Großteil wollte ich aus dem Marihuana Kekse backen und dann weiterverkaufen, um meine Inkassoschulden zu bezahlen.“ Den Rest habe er selbst konsumiert. Dem Mann auf die Schliche gekommen waren die Behörden im Zuge internationaler Ermittlungen, wobei die Observation sogenannter Kryptokommunikationsdienste im Mittelpunkt stand. So gelang den Ermittlern auch die Zerschlagung eines europaweit agierenden Drogenrings, dem der 30-jährige Oberländer angehörte.

Zitat Icon

Es ist nicht nachvollziehbar, warum der Angeklagte die Aussage verweigert.

Staatsanwältin Konstanze Manhart

Im Zuge einer Hausdurchsuchung im Januar schnappte die Falle schließlich zu. Die Auswertung der Chatnachrichten zweier beschlagnahmter Handys erhärtete den Verdacht der großangelegten Drogengeschäfte. Die vorsitzende Richterin des Schöffensenats, Verena Wackerle, betonte nach der Urteilsverkündung das Leid, das der Angeklagte durch seine Drogengenschäfte vielen Menschen zugefügt habe. Und laut Chat wären bereits wieder 40 Tonnen Kokain auf dem Weg gewesen. In dem Zusammenhang war letzte Woche ein Dornbirner Geschäftsmann zu einer Zusatzstrafe von acht Jahren verurteilt worden.

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