Rrrums, anders haben es sich die Chinesen ja nicht verdient: US-Präsident Biden knallt den exportwütigen Kommunisten eine 100-prozentige Zoll-Barriere entgegen. Sollen dann halt schauen, wo sie ihre hoch subventionierten E-Autos loswerden!
Das klingt ganz einfach. Die Politik hat ja die Macht, solche Zollhürden zu errichten, warum soll man sie nicht auch nutzen?
Nun, weil es vielleicht doch vielschichtiger ist. Denn nicht nur die Chinesen wollen (auch) nach Europa massenhaft exportieren, auch viele Konzerne in der EU liefern in gewaltigem Umfang nach China. Würde China deshalb ebenfalls 100-Prozent-Zoll für diese Produkte aus der EU verlangen, löste das eine Massenarbeitslosigkeit und Pleitenwelle aus. Bedenken wir: Rund die Hälfte der in Deutschland gebauten Mercedes S-Klasse und der BMW-Siebener-Reihe wird von reichen Chinesen gekauft. Umgekehrt produzieren europäische Autokonzerne in zahllosen Werken in China.
Zoll um Zoll, Zahn um Zahn? „Protektionismus setzt eine Spirale in Gang, Zölle führen zu neuen Zöllen“ warnt der BMW-Chef Oliver Zipse. Auf dem chinesischen Automarkt wurden 2023 laut EU 26 Millionen Neuwagen zugelassen, das sind 40 Prozent des Weltmarktes und dreimal so viel wie in Westeuropa. Das soll alles hinter Zollschranken gehalten werden?
Sorry, aber so funktioniert das nicht. Faire Rahmenbedingungen ja (etwa für chinesische Billigprodukte in Millionen von Paketen), aber Österreichs Wohlstand lebt zu zwei Drittel vom Export. Wir brauchen offene Grenzen dafür!
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.