„Krone“-Kolumne

Nicht normal

Kolumnen
13.05.2024 18:00

Es hätte das versöhnliche Ende des so politisch aufgeladenen Eurovision Song Contest sein können, dass mit der Schweiz ein neutraler Sieger aus dem Chaos hervorging. Und auch die Musik – denn in Sachen Song, Stimme und Performance passte wirklich alles. Letztendlich also wieder Friede, Freude, Eurovision – wären die Siegesfanfaren nicht gleich durch die Kakofonie des Hasses im Internet übertönt worden.

Nein, man will sie nicht wiederholen, die menschenverachtenden Beschimpfungen, mit denen Nemo überschüttet wurde – nur weil Nemo sich als nicht binär, also weder als Mann noch als Frau sieht.

Wie schwer es sein muss, sich in seinem eigenen Körper nicht ganz richtig zu fühlen, davon singt Nemo im Siegerlied „The Code“: „Ich ging durch die Hölle und zurück, um auf den richtigen Weg zu finden.“ Dass sie auf ebendiesen gefunden hat, das sollte dieser so sympathischen, vor Freude überströmenden Person doch von Herzen vergönnt sein. Und eigentlich kann es einem auch völlig egal sein, ob sie sich dabei anders fühlt, als viele Menschen als „normal“ empfinden. Ein Blick auf die Geschichte zeigt ohnehin, wie „Normalität“ stets im Wandel war.

Der „Zürcher Tagesanzeiger“ resümierte: „Nemo hat aufgezeigt, dass Andersartigkeit nicht zum unwirtlichen Nischendasein prädestiniert ist – sowohl musikalisch wie menschlich.“ Das einzig Unmenschliche waren da nur die Hasspostings. In Wahrheit ist es dieser Hass, der nicht normal ist . . .

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