5000 Euro wurden in Wiener Neudorf für einen Verein gesammelt, der den letzten Wunsch Todkranker erfüllt. Doch das Geld ist noch nicht dort angekommen. Weil der Betrag nur persönlich übergeben wird, wird man darauf verzichten.
Ein festlich geschmücktes Freizeitzentrum, eine hochkarätige Mitternachtseinlage mit zwei Profitänzern und eine Charity-Tombola, bei der der stolze Beitrag von 5000 Euro gesammelt wurde. Der Ball in Wiener Neudorf Anfang Februar war ein voller Erfolg. Doch die gute Stimmung ist längst verflogen.
Denn der aus Oberösterreich stammende Verein „Rollende Engel“, der unheilbar kranken Menschen einen letzten Wunsch erfüllt und als Empfänger der Spende ausgewählt wurde, weil er dies zuletzt auch für einen Wiener Neudorfer getan hatte, hat das Geld noch immer nicht erhalten.
„Das ist mehr als bedenklich“
„Ehrenamtliche Helfer so zu vergessen, ist mehr als bedenklich“, kritisiert jetzt FPÖ-Gemeinderat Robert Stania. Doch vergessen wurde der Verein nicht, wie ÖVP-Bürgermeister Herbert Janschka betont: „Der Empfänger hat keine Zeit, sich das Geld zu holen. Er braucht es nicht, wurde uns mitgeteilt.“ Bis Jahresende stünde der Betrag aber dennoch zur Verfügung.
Wir wollen niemanden anprangern. Aber es ist uns einfach nicht möglich, so weit für das Geld zu fahren. Daher müssen wir darauf verzichten.
Stellungnahme des Vereins „Rollende Engel“
Doch auch das scheint nur die halbe Wahrheit zu sein. „Wir sind sehr dankbar, dass für uns gesammelt wurde. Wir sind nicht subventioniert und auf Spenden angewiesen. Aber wir hätten für einen Fototermin zur Spendenübergabe extra 500 Kilometer anreisen müssen“, heißt es von den „Rollenden Engeln“.
Die Zeit fehlt für Fahrt
Weil man jedoch jeden zweiten Tag ehrenamtlich in ganz Österreich unterwegs sei und „nebenbei“ noch einer Arbeit nachgeht, könne man nicht die notwendige Zeit aufbringen, das Geld persönlich zu holen. „Wir wollen nicht, dass irgendjemand ins schlechte Licht gerückt wird, aber wir können auch nicht einfach so Spendengelder verfahren, um für ein Foto nach Wiener Neudorf zu kommen. Für uns steht der Mensch im Vordergrund“, betont man. Auch den Vorschlag, vorbeizukommen, wenn man mit dem Verein in der Nähe ist, müsse man ablehnen: „Wir haben bei solchen Fahrten einen Schwerstkranken an Bord. Da können wir nicht einfach so Umwege in Kauf nehmen.“
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