Nicht ums "Strafzahlen" geht es dem Spitzenkoch, sondern darum, "ein Umdenken zu erzeugen". "Die Leut' denken sich nix dabei, rufen an, reservieren, und natürlich kann's passieren, dass dann was dazwischenkommt. Aber oft wird halt auch auf das Absagen vergessen", schilderte Dorner das Problem gegenüber der "Krone". In der Spitzengastronomie sei das ein Horror. Dorner: "Wir kaufen immer für den jeweiligen Abend frisch ein, kalkulieren speziell für die angekündigten Gäste - und müssen die Ware dann entsorgen."
"Stornogebühren werden auf uns zukommen"
"Wenn in einem Haubenlokal sechs oder mehr Personen einen Tisch reservieren und nicht kommen, kann der Verlust rasch in die Hunderte Euro gehen", zeigte Wratschko Verständnis für das Anliegen des Kochs.
Ob dann Gäste bei der Reservierung bereits ihre Daten bzw. die Kreditkartennummer angeben oder etwa im Krankheitsfall eine ärztliche Bestätigung vorlegen müssen, um der Stornogebühr zu entgehen, sei unklar: "So weit sind wir noch nicht. Erst müssen wir einmal über das Thema reden." Die Wirtschaftskammer arbeite daher gerade an einem entsprechenden Modell, denn "Stornogebühren werden in Zukunft sicher auf uns zukommen", so Wratschko gegenüber dem ORF.
Keine generelle Einführung angedacht
Eine generelle Stornogebühr bei Tischreservierungen sei laut Wratschko aber nicht in Betracht zu ziehen. Eine Einführung der "Pönale" solle sich der Wirt jedenfalls aussuchen können. Bei Großveranstaltungen wie etwa Hochzeiten ist es bereits üblich, dass die Brautleute oder -eltern im Vorhinein eine Anzahlung leisten, um damit auch die Bereitschaft zur Einhaltung der Reservierung zu steigern.
In Wien scheint das Problem nicht so ausgeprägt zu sein. Die Gastro-Fachgruppe hält Stornogebühren für nicht genutzte Tischreservierungen für "überzogen".
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