2009 wurde die grüne Abgeordnete als erste Migrantin des Vorarlberger Landtags angelobt. Nach fast 25 Jahren auf der politischen Bühne gab die türkischstämmige Politikerin am Dienstag ihren Rückzug bekannt.
Die Entscheidung sei ihr nicht leicht gefallen, bekannte Vahide Aydin. Doch nach einem Vierteljahrhundert in der Politik wäre es an der Zeit, an die nächste Generation zu übergeben. „Aber auch wenn ich die politische Bühne verlasse, bedeutet das nicht, dass ich meine politischen Überzeugungen aufgeben werde. Im Gegenteil, ich werde weiterhin für Gerechtigkeit eintreten und mich gegen jegliche Form von Diskriminierung stellen“, versprach die Dornbirnerin.
Die 1968 in Elbistan (Türkei) geborene Aydin war als Neunjährige mit ihrer Familie nach Vorarlberg ausgewandert und musste zunächst die deutsche Sprache erlernen. Später besuchte sie das BORG Lauterach, studierte an der Sozialakademie in Bregenz und arbeitete als Sozialarbeiterin für Jugendliche mit migrantischer Herkunft in der Beratungsstelle des Vereins zur Betreuung von Ausländern in Dornbirn.
2000 wechselte sie ans Institut für Sozialdienste (IfS). Im selben Jahr trat sie den Dornbirner Grünen bei und wurde Mitglied der Stadtvertretung.
Einzug im Landtag
Für Aufsehen sorgte Aydin neun Jahre später, als sie als erste Migrantin in den Vorarlberger Landtag einzog. Bei der Wahl hatte die umtriebige Wahlkämpferin vor allem in der türkischstämmigen Community viele Vorzugsstimmen gesammelt, den Lustenauer Bernd Bösch überholt und ihm das Mandat im Bezirk Dornbirn weggeschnappt. Bösch zog über die Landesliste ins Landesparlament, wodurch die Bludenzerin Karin Fritz ihr Mandat verlor.
„Ich gelobe. Yemin ederim“, sprach Aydin bei der konstituierenden Sitzung im Oktober 2009. Damit war sie die erste Abgeordnete, die ihr Gelöbnis zweisprachig ablegte. „Ich habe mich spontan dazu entschieden, weil die Zweisprachigkeit zu mir gehört“, erklärte sie damals.
In den fast 15 Jahren im Landesparlament war Aydin stets die Integrationssprecherin ihrer Partei. „Sie hat dazu beigetragen, dass sich Migranten besser vertreten fühlen. Darauf muss die Politik auch künftig achten, denn immer noch ist dieser Teil der Bevölkerung kaum vertreten“, resümierte Aydins erster Klubobmann, Gesundheitsminister Johannes Rauch.
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