08.08.2012 12:00 |

Kassen leer

Italien will nicht mehr für entführte Touristen zahlen

Italien will nicht mehr für im Ausland entführte Touristen zahlen. Über zwölf Millionen Euro sind in den vergangenen Jahren aus den leeren Staatskassen geflossen, um entführte Touristen zu retten. Dem Außenministerium sind die Ausgaben zur Rettung der gekidnappten Italiener zu teuer geworden. So teilte Außenminister Giulio Terzi di Sant'Agata mit, dass Touristen, die sich Gefahren im Ausland aussetzen, für die Kosten der Rückkehr selbst aufkommen müssen.

Acht Millionen Euro soll das Außenministerium nach Angaben der Mailänder Tageszeitung "Il Giornale" für den Italiener Sergio Cicala und seine Frau Philomene Kabore ausgegeben haben, die 2009 von Al-Kaida-Terroristen entführt wurden, während sie im Auto zwischen Mauretanien und Burkina Faso unterwegs waren.

Drei Millionen Euro musste die Regierung in Rom für die Florentiner Touristin Sandra Mariani zahlen, die im vergangenen April nach einer 14-monatigen Geiselhaft in Algerien befreit worden war. Eine Million Euro kostete die Freilassung des Seglers Bruno Pelizzari und seiner südafrikanischen Freundin, die von Piraten vor der Küste Somalias gekidnappt wurden und 20 Monate lang in Geiselhaft verbringen mussten. Das Paar kam im vergangenen Juni wieder frei.

Auch für Paolo Bosusco, der im März von maoistischen Rebellen im ostindischen Unionsstaat Orissa entführt worden war und nach einem Monat Geiselhaft befreit werden konnte, musste das Außenministerium zahlen. Die Entführer hatten für die Freilassung des Italieners die Befreiung von inhaftierten Gesinnungsgenossen und zahlreiche weitere Zugeständnisse erhalten.

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