04.07.2012 07:34 |

Startschuss

Fix: Im Herbst kommt die neue "Stronach-Partei"

Noch im Herbst will Frank Stronach (79) den Startschuss (und das Geld) zur Gründung einer neuen Partei geben. Spitzenkandidat könnte Österreichs prominentester Manager Siegfried Wolf werden. Er habe an dessen Gewissen appelliert, bestätigt Frank Stronach der "Krone".
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Dass Stronach, der im Frühjahr vor Studenten zu einer "geistigen Revolution" aufgerufen hatte, bei den nächsten Wahlen eine neue Partei unterstützen will, ist mittlerweile fix. Gespräche mit dem BZÖ und der ÖVP verliefen freundschaftlich, aber ohne Ergebnis. "Sepp Bucher und Michael Spindelegger sind beides nette Personen, aber nach vielen Gesprächen habe ich mich entschlossen, neu anzufangen und nicht eine bestehende Partei zu unterstützen", so Stronach im Gespräch mit der "Krone".

"Menschen machen sich Sorgen um dieses Land"
Das eigens gegründete "Frank Stronach Institut" bündle die Kräfte von Bürgerinnen und Bürgern, es gebe bereits 2.000 Unterstützer. "Mit ihnen sind wir im ständigen Kontakt, rund 70 Leute habe ich bereits persönlich getroffen." Sie alle verbinde eines mit ihm: "Die Menschen machen sich Sorgen um dieses Land." Eine Schuldenbremse, weniger Verwaltung und eine "Flat Tax" (Einheitssteuersatz) sind die drei Anker seines neoliberalen Programms - dazu kam jetzt eine Kampagne gegen den Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM.

"Keine Regierung hat das Recht, die Bevölkerung, ihre Kinder und nachfolgenden Generationen länger als bis zum Ende einer Legislaturperiode an Zusagen zu binden", so Stronach, der die österreichischen Abgeordneten aufforderte, am Mittwoch "gegen den Wahnsinn des ESM zu stimmen".

Parteiname wird im August ausgearbeitet
Wie seine Partei heißen soll, wird bis Anfang, Mitte August ausgearbeitet. Mehrere Namen wurden als Parteikandidaten gehandelt, unter anderem der Journalist Christian Ortner - der dementierte - und der Steirer Herbert Paierl.

"Den Sigi kann man nicht kaufen"
Gespräche führte Stronach unterdessen mit Österreichs prominentestem Manager Siegfried Wolf, der für den russischen Oligarchen Oleg Deripaska in Moskau arbeitet. Wäre Wolf der ideale Spitzenkandidat? "Ich habe an das Gewissen von Sigi Wolf appelliert", erklärte Frank Stronach gegenüber der "Krone" und Dienstagabend auch in der "ZiB 2". Den Sigi Wolf könne man schließlich nicht kaufen, "der ist sowohl wirtschaftlich als auch politisch unabhängig. Aber irgendwann kommt im Leben der Moment, wo Geld nicht mehr so wichtig ist". Da gehe es dann darum, eine bessere Gesellschaft zu gestalten.

"Um den Menschen die Wahrheit zu sagen"
Wie viel hat Stronach sein politisches Engagement bisher gekostet? "Einige Millionen", so der Unternehmer, "und für die Kampagne im Herbst werden wir noch einmal einige Millionen brauchen." Den Vorwurf, er kaufe die Politik, weist Stronach zurück. "Ich gebe mein eigenes Geld aus, um den Menschen in diesem Land die Wahrheit zu sagen. Die Politiker hingegen geben das Geld der Bürger aus, um sich die Wählerstimmen zu kaufen."

Minutenlanger Monolog in der "ZiB"
Der abendliche "ZiB 2"-Auftritt Stronachs dürfte übrigens wie einst jener von Otto Waalkes bei Ingrid Thurnher Kultstatus erlangen. Ohne eine Frage von ORF-Moderatorin Lou Lorenz-Dittlbacher abzuwarten, startete der Milliardär einen minutenlangen Monolog, nur unterbrochen von Dittlbachers Versuchen, ihn doch irgendwie zu interviewen. Stronach verwechelte ESM mit EMS, warf den Ökonomen vor, "einen Blödsinn" zu reden und lief am Ende aus dem Bild.

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