Welche Stars waren da, welche wurden hier geformt? Wer schrieb die emotionalsten und unglaublichsten Geschichten? Was waren die unvergesslichen Sternstunden, die bittersten Tiefpunkte, die skurrilsten finanziellen Abenteuer der Klubs in allen Bundesländern? Vor dem Liga-Frühjahr liefert die „Krone“ in einer zehnteiligen Serie zum 50-Jahre- Jubiläum der Österreichischen Bundesliga alle Antworten.
Ein Weltmeister in der Alpenrepublik: Mit Mario Kempes beehrte ab 1986 die damalige argentinische Fußball-Legende schlechthin Österreich. Und blieb sechs Jahre, beginnend bei der Vienna. „Toll, dass ich das erleben durfte“, erinnert sich Team- und Zimmerkollege Richard Niederbacher an „El Matador“, der - später auch für St. Pölten und Krems - 123-mal im Oberhaus auflief, ebenso ein Genussmensch war: „Er liebte Kaffee mit Cognac, überredete mich im Trainingslager dazu, auch einen zu probieren. Mit dem Ergebnis, dass er im Bett gleich losschnarchte, mein Herz aber bis drei Uhr Früh auf Hochtouren pumpte.“
Legendär das Duell Kempes gegen Krankl (damals Wr. Sportclub) vor 15.000 Fans auf der Hohen Warte - Letzterer kam bei Rapid in den Genuss von Antonin Panenka, tschechischer Europameister von 1986. Gefürchtet als Freistoß-König, bekannt als Schlitzohr: „Als er 1981 zu uns stieß, kaufte er sich ein neues Auto, hatte keine Zeit, es abzuholen. Er kritzelte meiner Frau das Losungswort auf einen Zettel, sie sollte damit Geld abheben. Es endete derart im Chaos, dass sie fast verhaftet worden wäre“, lacht Ex-Rapid-Goalie Herbert Feurer.
Lokalrivale Austria landete mit Tibor Nyilasi einen Volltreffer - 111 Tore in 156 Spielen für die Violetten sagen alles! Nach glorreichen Siegen wie 1983 gegen Inter Mailand wusste der Ungar zu feiern, trank gern ein Glaserl mehr: „Er hat vor Freude jedem ins Ohr gebissen. Fritz Drazan so heftig, dass er blutete“, lacht Herbert Prohaska.
„Sie ließen uns nie spüren, dass sie Stars sind“
Welcher seinerzeit auch Oleg Blochin zum Gegenspieler hatte - der russische Superstar lief Ende der 80er für Vorwärts Steyr auf. „,Hansi, gibt’s ja nit‘, hat er gerne gesagt“, grinst Mitspieler Hans Gröss. „Wenn uns etwa Trainer Barthold den 870 Meter hohen Damberg hinaufjagte, Oleg sich mit 38 Jahren raufquälte.“ Eines hatten für Gröss alle gemeinsam: „Sie ließen uns nie spüren, dass sie Stars sind.“
Kultig auch Hansi Müllers Auftritte am Innsbrucker Tivoli - 18.000 feierten etwa den Einzug ins UEFA-Cup-Halbfinale. „Er war ein Elektronik-Freak, in China führte mal sein erster Weg ins Einkaufszentrum, zur neuesten Kamera“, weiß Teamkollege Klaus Lindenberger.
Legenden - wie später Giuseppe Giannini (Sturm) oder Dejan Savicevic (Rapid) -, die Österreich die Ehre erwiesen, die Fans begeisterten. Und unvergessen bleiben.
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