17.05.2012 20:24 |

Kein Ende der Krise

Fekter: "Rauswurf Athens aus Euro-Zone käme teuer"

Euro-Krise und kein Ende: Österreichs Finanzministerin Maria Fekter, die derzeit in London den Vorsitz bei Europas Ostbank (EBRD) führt, hält einen Rauswurf der Griechen aus der Euro-Zone für eine teure Lösung.
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Die Finanzministerin im "Krone"-Interview: "Billig ist in dieser Euro-Krise gar nichts mehr: Weder ein Verbleib der Griechen noch ein Rauswurf. Letzterer wäre ganz sicher kein Spaziergang, auch finanziell nicht, aber das müssen die Griechen selbst entscheiden."

"Die EU ist heute viel besser vorbereitet"
Fekter selbst plädiert noch für eine Euro-Zone mit Griechenland, allerdings unter Einhaltung aller Auflagen und Reformen. Fekter: "Auf eine Pleite der Griechen ist die EU heute viel besser vorbereitet als vor ein paar Jahren. Die Banken sind solider aufgestellt, es hat bereits Schuldennachlässe gegeben, der dauerhafte Rettungsschirm kommt früher als geplant. Vor zwei Jahren war das Griechen-Drama noch Neuland, inzwischen kennt man das Problem."

Von einer Pleite Griechenlands wären besonders italienische Banken betroffen, die dort sehr viele Kredite vergeben haben. Und die griechischen Banken wiederum leiden extrem unter der Kapitalflucht ins Ausland.

Teure Angelegenheit auch für Österreich
Aber auch Österreichs Steuerzahler hat Griechenland schon viel gekostet. Wie viel von dem geborgten Geld wir zurückbekommen, wird man erst sehen, fix ist jedoch schon, dass die notverstaatlichte Kommunalkredit mit einer Milliarde Euro aus Steuergeldern aufgefangen werden musste, weil sie sich mit Griechenland verspekuliert hat. Fekter: "Da ist unfassbar gezockt worden."

Die Tagung der EBRD ist durch die Euro-Krise zu einem Gipfeltreffen der Finanzminister geworden. Während die Briten mit einer Pleite der Griechen rechnen, plädieren Länder wie Deutschland und Österreich (noch) dafür, den Griechen eine Chance für fällige Reformen zu geben.

Wie angespannt die internationale Lage ist, zeigt auch, dass bei der EBRD erstmals fünf Kandidaten um den Präsidentensessel kämpfen. Fekter soll als Vorsitzende zwischen den Briten, den Deutschen und den Franzosen eine Vermittlerrolle einnehmen. Da die EBRD pro Jahr neun Milliarden Euro an günstigen Krediten vergeben kann, ist das Gerangel um die Spitzenposition verständlich. Die Abstimmung am Freitag könnte zu einer "langen Nacht der Messer" werden.

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