Finanzmarktaufsicht:

Whistleblower wichtige Informationsquelle für uns

Wirtschaft
05.01.2024 12:30

Mehr als 3000 Menschen haben im Vorjahr die österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) kontaktiert. Dabei ging es unter anderem um Beschwerden über Unternehmen und um allgemeine Fragen zum Finanzmarkt. Eine wichtige Informationsquelle waren etwa Whistleblowerinnen und Whistleblower.

Von ihnen kamen 234 Hinweise, die vor allem Anlagebetrug betrafen, gefolgt vom Bank- und Kreditwesen und der Wertpapieraufsicht. „Unsere webbasierte Whistleblower-Plattform ist eine wichtige Informationsquelle für die Aufsicht. Die Hinweise decken oft gravierende Missstände in beaufsichtigten Unternehmen auf. Es garantiert dem Hinweisgeber absolute Anonymität, ermöglicht aber gleichzeitig durch ein abgesichertes Postfach auch eine anonyme Kommunikation zwischen Behörde und Hinweisgeber“, sagten Helmut Ettl und Eduard Müller vom FMA-Vorstand in einer Aussendung. Auf diese Weise könnten Missstände früh erkannt und Schäden dadurch begrenzt oder gänzlich verhindert werden.

Die Finanzmarktaufsicht ist beispielsweise dafür zuständig, Banken, Versicherungen, Wertpapiere und Pensionskassen zu beaufsichtigen. Ein weiterer Bereich ist die Sanierung von Banken, bei einem drohenden Ausfall kümmert sich die FMA um die Abwicklung. Am Freitag zog die Behörde in einer Aussendung Bilanz für 2023.

Anlagebetrug nimmt zu
Der Verdacht auf Anlagebetrug, den die Whistleblowerinnen und Whistleblower auch gemeldet haben, nehme seit Jahren zu, heißt es darin etwa. Positiv sei lediglich, dass erst jede vierte Person im Vorjahr angegeben habe, selbst Opfer eines Betrugs geworden zu sein. Der höchste Verlust lag bei 1.601.400 Euro, im Durchschnitt betrug der Schaden etwa 45.000 Euro. Um Betrug entgegenzuwirken, hat die Finanzmarktaufsicht unter anderem Investoren-Warnungen veröffentlicht, über aktuelle Maschen berichtet und Tipps zur Vorbeugung gegeben. In den meisten Fällen gaben sich Betrügerinnen und Betrüger als Mitarbeitende einer Behörde aus, auch der FMA.

Weitere Anfragen und Beschwerden handelten etwa von Konten und Zahlungsverkehr, Geldanlagen, Wertpapieren, Immobilien- und Konsumkrediten sowie Lebens- und Sachversicherungen. „Bemerkbar ist, dass seit Jahren die Hinweise zu Verstößen im Wertpapierbereich signifikant steigen“, teilte die FMA mit. Manche Meldungen hätten sich als substanzlos erwiesen.

Besserer Schutz für Whistleblower
Die Regierung hatte im vergangenen Jahr ein Gesetz zum besseren Schutz für Whistleblowerinnen und Whistleblower beschlossen. Es sieht interne und externe Meldestellen für Hinweisgeber im öffentlichen Sektor sowie in jedem Unternehmen mit mindestens 50 Beschäftigten vor.

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