Das Jahr 2023 schließt mit einer katastrophalen Bilanz in Bezug auf Verkehrstote. 78 Menschen haben auf steirischen Straßen ihr Leben lassen müssen - es ist der höchste Wert seit 2014.
Drei junge Steirer (21, 23) verloren Ende August in Schladming bei einem schrecklichen Autounfall ihr Leben. Der Lenker war mit seinem Geländewagen von einer Gemeindestraße abgekommen und rund 100 Meter über einen steilen, felsigen Abhang gestürzt. Unvorstellbar groß war der Schock, auch bei der Feuerwehr. Denn die Einsatzkräfte kannten die jungen Opfer persönlich, sie waren selbst alle Mitglieder bei der Freiwilligen Feuerwehr.
Höchster Blutzoll seit neun Jahren
Dieser tragische Unfall steht symbolisch für den dramatisch hohen Blutzoll heuer auf den steirischen Straßen. 78 Menschen verloren bisher (Stand 26.12.) ihr Leben. Die höchste Zahl seit 2014, wo 86 Menschen bei Verkehrsunfällen getötet wurden. Die historisch niedrigste Zahl gab es im Jahr 2021, als in der Steiermark 50 Menschen starben. Aber immer noch 50 zu viel.
Im Bundesländer-Vergleich weist Niederösterreich vor der Steiermark heuer mit 95 die höchste Anzahl an Verkehrstoten auf, berichtet der Verkehrsclub Österreich (VCÖ). „Es braucht verstärkte Verkehrssicherheitsmaßnahmen, um die Zahl der schweren Verkehrsunfälle zu reduzieren. Anzusetzen ist bei den Hauptunfallursachen Ablenkung und nichtangepasste Geschwindigkeit“, weiß VCÖ-Expertin Lina Mosshammer.
Maßnahmen gegen Handy-am-Steuer gefordert
Bei verstärkten Maßnahmen gegen Handy-am-Steuer sei laut den VCÖ-Experten auch die Bundesregierung gefordert. Denn wer mit dem Handy am Ohr telefoniert, reagiert so schlecht wie ein Alko-Lenker mit 0,8 Promille, verdeutlicht der Verkehrsclub.
Auch Raserei ist großes Problem
Ähnlich plakativ zeigt sich die Problematik der Raserei: Ein Pkw, der auf der Freilandstraße 80 km/h fährt, hat bei normaler Reaktionszeit auf trockener Fahrbahn einen Anhalteweg von rund 51 Metern. Fährt der Pkw 100 km/h verlängert sich der Weg auf 74 Meter - allerdings hat der Pkw nach 51 Metern dann noch eine Geschwindigkeit von 66 km/h. Schwere oder sogar tödlich Verletzungen sind bei einem Crash mit diesem Tempo nahezu unvermeidlich.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.