Mutig - weil fast allein auf weiter Flur - versucht die Anrainerin Regina Drazdil in ihrem kleine Heimatweiler, einem 80-Seelen-Ortsteil der Gemeinde Hohenwarth-Mühlbach am Manhartsberg im Bezirk Hollabrunn den Bau eines neuen Feuerwehrhauses und Gemeindezentrum noch zu stoppen.
Und die Argumente der Frau sind nicht von der Hand zu weisen. „Auf unserer Wiese soll ein Feuerwehr- und Gemeindehaus entstehen, obwohl es bereits beides gibt. Letzteres wird ausschließlich bei Wahlen benutzt. Und die Florianis konnten in diesem Jahr nur einen einzigen Einsatz verzeichnen, da außer einem Mannschaftstransporter keine Gerätschaft vorhandenen ist“, so die engagierte Naturschützerin.
Beschlüsse scheinen beschlossen
Doch die Beschlüsse zur Versiegelung scheinen bereits in Stein gemeißelt. Denn die Gemeinde hat im Rahmen des Raumordnungsgesetzes besagte Fleckerl Grün einstimmig zum Bauland umgewidmet und es soll eben besagter Gebäudekomplex entstehen. Schon im kommenden Jahr könnten die Bagger und andere schwere Geräte auffahren und die Jahrhunderte bestehende dörfliche Idylle wohl immer zerstören.
Drazdil in einem flehentlichen Aufruf an die Entscheidungsträger in der Amtsstube, aber auch in den Büros der Landesregierung: „Für mich stellt sich die Frage, ob dafür in der heutigen Zeit und trotz Erderwärmung und anderen Klimawandelfolgen wirklich so wertvoller Boden versiegelt werden muss. Damit wird sich auch das für das Weinviertel typische Ortsbild verändern. Auch einige alte Obstbäume werden dem Vorhaben wohl schon im Frühjahr zum Opfer fallen.“ Bürgermeister Martin Gudenus betont gegenüber der „Krone“, dass andere Ortsbewohner von Bösendürnbach diese Investition in ihrer Katastrale befürworten, weil endlich etwas passiere. „Daher sind sie für die Belebung des Ortskerns. Das Feuerwehrhaus ist veraltet und für die Florianis schon zu klein geworden.“
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