Katias Kolumne

Wer die heimliche Aufnahme gemacht hat …

Kolumnen
22.11.2023 12:00

Und wieder ist es eine heimliche Aufnahme, die die österreichische Innenpolitik ordentlich ins Wanken bringt. Da braucht keiner naiv sein: Wer auch immer es aufgenommen und ausgespielt hat, hat mit Sicherheit ein Motiv. Und das beginnt mit „Wahl“ und endet mit „Kampf“!

Da hat die ÖVP schon irgendwo recht: Auf dem Rücken eines Toten schlechte Stimmung zu machen, ist nicht besonders sauber. Der im Oktober verstorbene Christian Pilnacek kann sich nämlich weder wehren noch sich rechtfertigen. Das ist unfair.

Warum erscheint das Material erst jetzt?
Das scheint jenem „Freund“, der das Gespräch aufzeichnete, wohl egal gewesen zu sein. Der Schlag gegen den politischen Gegner ist eben wertvoll. Auch, dass man bis nach Pilnaceks Tod zugewartet hat, bis das Material an Medien verteilt wurde, spricht Bände. Warum wollte man es nicht schon im Sommer - gleich nach der Produktion - veröffentlichen?

Pilnacek hätte sich wahrscheinlich gewehrt
Wahrscheinlich hätte sich der einst mächtigste Justiz-Beamte im Staat mit Händen und Füßen dagegen gewehrt. Er hätte auch mildernd betont, dass er bei der Plauderei in einem Wiener Innenstadtlokal, das gerne von ehemaligen FPÖ-Politikern frequentiert wird, augenscheinlich angetrunken gewesen war. Vielleicht wäre er sogar rechtlich dagegen vorgegangen. Das alles kann er aber nun nicht mehr.

Wer denkt, Macht macht sakrosankt - raus aus der Politik!
All diese Überlegungen machen die Inhalte aber nicht minder pikant und berichtenswert. Eine Partei, die offenbar denkt, dass man mit der nötigen Portion Macht vor Gericht sakrosankt ist, hat eigentlich in Positionen mit Verantwortung nichts zu suchen. Es ist diese Denke, die das Vertrauen in die Politik zersetzt. In einer Zeit multipler Krisen braucht keiner auch noch eine Vertrauenskrise!

Wir sind genau so!
Bundespräsident Alexander Van der Bellen kann also wieder einmal seine mahnenden Worte auspacken. Es ist nicht das erste Mal, dass mit heimlichen Aufnahmen ein Sittenbild unserer heimischen Politik aufgedeckt wird. So geht es da oben zu, so wollen es sich die Mächtigen richten, von Konsequenzen ist man weit entfernt. Dieses Mal ist VdB deswegen zu korrigieren: Wir sind genau so!

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