Kostenloser Sex für alle Formel-1-Piloten - so verspricht es ein Bordell vor dem Grand-Prix-Wochenende in Las Vegas! Dabei wollte die Casino-Metropole eigentlich ihr Schmuddel-Image loswerden. Und das schon vor über 40 Jahren. Nach zwei Rennen war wieder Schluss, diesmal soll alles besser werden…
Mafia, Mord und Erpressung hatten Las Vegas lange fest in der Hand, 1980 gab´s es sogar einen Bombenaschlag auf ein Casino. Um das Ansehen der „Stadt der Sünde“ aufzupolieren, wurde 1981 die Formel geholt. Ein glänzendes Finale sollte es werden. Im ersten Jahr gewann Alan Jones im Williams, 1982 Michele Alboreto im Tyrell, dann war wieder Schluss. „Wir hatten Aufregendes erwartet“, verriet US-Motorsportlegende Mario Andretti später, „aber nachdem wir die Strecke gesehen hatten, dachte ich mir schon, dass es das nicht lange geben würde.“ Er hatte den langweiligen 3,65-km-Kurs auf dem Parkplatz des Cesar`s Palace vor Augen, auf den es auch noch den Wüstensand wehte. Der Kurs war der „Königsklasse“ unwürdig…
„Der Kurs erinnert an Baku und Monza!“
Anders als der neue, auf dem die Formel heute mit dem Freien Training nach 41 Jahren ihr Comeback in Las Vegas feiert. Wie es sich F1-Zampano Bernie Ecclestone einst eigentlich erhofft hatte, geht´s nun über den berühmten Strip. Insgesamt warten 6,12 Kilometer, auf denen 66 Prozent Vollgas gefahren wird - mit bis zu 342 km/h Spitze. So sagen es die Simulatoren. Nicht ideal für die Aufsteiger der zweiten Saisonhälfte namens McLaren: „Lange Geraden mit wenig Abtrieb hatten heuer nicht gerade Vorrang bei unserer Entwicklung“, verrät Lando Norris, „der Kurs erinnert an Baku und Monza, das waren nicht unsere besten Pflaster.“
„Es wird schon komisch, auf dem Strip zu fahren!“
In Baku feierte „Checo“ Perez seinen bislang letzten Sieg, der Mexikaner ist vor Las Vegas schon ganz aus dem Häuschen: „Das wird einmalig, ein irres Rennen! Es wird schon komisch, auf dem Strip zu fahren, wo ich schon als Tourist war. Für mich geht´s um Platz zwei, das wäre ein lässiger Ort, um das fixieren!“
Auch Charles Leclerc ist euphorisch: „Im Simulator war ich positiv überrascht, das macht wirklich Spaß“, so der Ferrari-Pilot. Dessen Kollege Carlos Sainz meint, „dass uns er Kurs etwas besser liegt als die letzten.“ Wenig begeistert ist ausgerechnet der Weltmeister: „Der Kurs ist eine große Unbekannte für alle, weil wir auf keine alten Daten zurückgreifen können“, so Weltmeister Max Verstappen. „Für mich sind Stadtkurse grundsätzlich nicht so aufregend.“ Fest steht: Sand ist diesmal kein Thema, dafür die Startzeit am Samstag Mitternacht Ortszeit - da drohen einstellige Temperaturen. „Spannend, wie das Auto da reagiert.“ Statt Parkplatz-Rennen droht ein Eiskasten-Roulette…
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.