Israel wütet weiter:

„Guterres verdient Amt als UNO-Chef nicht“

Ausland
14.11.2023 23:05

UNO-Generalsekretär António Guterres ist wegen seiner Kritik am Vorgehen der israelischen Armee im Gazastreifen erneut scharf angegriffen worden. Israels Außenminister Eli Cohen sprach dem Portugiesen die Berechtigung für sein Amt ab. „Guterres verdient es nicht, an der Spitze der Vereinten Nationen zu stehen“, sagte Cohen am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Genf.

Der 74-Jährige stelle sich nicht entschieden genug gegen den Terror der radikalislamischen Hamas, schlussfolgerte der israelische Außenminister. „Er hat noch keinerlei Friedensprozess in der Nahostregion gefördert.“

Guterres hatte sich am Dienstag seinerseits „zutiefst beunruhigt“ über die Lage in den Krankenhäusern im Gazastreifen gezeigt. Diese verzeichneten dramatische Verluste an Menschenleben, ließ der UNO-Generalsekretär in New York mitteilen. „Im Namen der Menschlichkeit fordert der Generalsekretär eine sofortige humanitäre Waffenruhe“, wurde seitens seines Büros verlautbart.

Bereits vor drei Wochen hatten Äußerungen des UN-Generalsekretärs zum Krieg zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas zu wütenden Reaktionen Cohens und des israelischen Botschafters bei der UNO, Gilad Erdan geführt. Dieser forderte gar den Rücktritt von Guterres.

Kritik an „kollektiver Bestrafung der Palästinenser“
Am Wochenende bekräftigte Guterres in einem Interview mit dem US-Sender CNN, dass die barbarischen Angriffe der islamistischen Hamas keine Kollektivstrafe seitens Israel rechtfertigten. „Man kann die schrecklichen Dinge, die die Hamas getan hat, nicht als Grund für eine kollektive Bestrafung des palästinensischen Volkes nutzen“, sagte der 74-Jährige in dem am Sonntag ausgestrahlten Gespräch. 

Guterres‘ Sprecher Stéphane Dujarric reagierte am Dienstag gelassen auf die neuerliche Attacke Cohens. Auf Anfrage erklärte er, der UNO-Generalsekretär setze „seine Arbeit mit Nerven aus Stahl, Ruhe, Entschlossenheit“ und auf der Grundlage der UNO-Charta, des humanitären Völkerrechts und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte fort.

Heftige Kämpfe in der Nähe von Spitälern
In der Nähe von Krankenhäusern im Gazastreifen gibt es heftige Gefechte zwischen israelischen Soldaten und palästinensischen Extremisten. Außerdem haben nach palästinensischer Darstellung Angriffe auf die Infrastruktur von Kliniken und ein Mangel an Treibstoff das Leben einer Reihe von Patienten gefordert, darunter von Neugeborenen. Israel bestreitet, Gesundheitseinrichtungen angegriffen zu haben.

Die US-Regierung hat sich am Dienstag der israelischen Darstellung angeschlossen, wonach die islamistische Hamas ein Kommandozentrum auf dem Gelände des Al-Shifa-Krankenhauses im Gazastreifen eingerichtet hat. Die Hamas und die militante Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad betrieben einen „Kommando- und Kontrollknoten von Al-Shifa in der Stadt Gaza“ aus, sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats der USA, John Kirby,  zu Journalisten.

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