Zu Allerheiligen

Trauerredner: „Kein Leben ist ohne Fehler“

Salzburg
01.11.2023 11:30

Toni Elsenhuber gibt als Trauerredner vielen Hinterbliebenen Halt und spendet Trost. Mit Feingefühl versucht er für den Abschied von den Liebsten die richtigen Worte zu finden.

„Angehörigen etwas über ihre Liebsten zu erzählen, das ist schwierig“, sagt Toni Elsenhuber. „Vor allem dann, wenn man den Verstorbenen gar nicht gekannt hat.“ Elsenhuber hat genau das zu seinem Beruf gemacht. Der Flachgauer begleitet Menschen, die jemanden verloren haben bei ihrer Abschiednahme. Er spricht die letzten Worte über die Toten, lässt ihr Leben noch einmal Revue passieren. Toni Elsenhuber ist Trauerredner.

Der 41-Jährige kommt oft in intimsten Lebensumständen zu den Menschen. Er sitzt bei den Hinterbliebenen und hört zu, spricht ihnen Mut zu. „Ich versuche, Trost und Unterstützung zu geben, muss aber auch etwas über das Leben des Toten in Erfahrung bringen“, so der Trauerredner aus Hof. Nicht alle Trauernden lassen tief in die Familiengeschichte blicken.

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„Fehler gehören zum Leben und auch zum Tod dazu.“

Toni Elsenhuber, Trauerredner

Toni Elsenhubers Geschick und nötigem Anstand ist es zu verdanken, dass er trotzdem Wissen und Anekdoten über den Verstorbenen erzählt bekommt. Dabei wird oft deutlich, dass es im Leben des gerade Verstorbenen auch Ecken und Kanten gegeben hat. „Es gibt kein Leben ohne Fehler“, weiß der Trauerredner. „Fehler gehören zum Leben und auch zum Tod dazu.“

Elsenhubers Dienste sind dann gefragt, wenn Trauernde weder Gottesdienst noch geistliche Verabschiedung wollen. „Das ist immer öfter der Fall, auch am Land.“ Vor etwa 15 Jahren wurde er erstmals engagiert, mittlerweile kann es sein, dass er für fünf Verabschiedungen pro Woche angefragt wird. Anders als andere Redner spricht er nur auf Verabschiedungen. „Ich fände es pietätlos, wenn ich auch Hochzeiten und private Feiern im Repertoire hätte.“ Dass er jedoch viele Talente hat, bewies er zuletzt im Frühling. Elsenhuber lockte zuerst einen Telefonbetrüger in die Falle, danach legte er einem Opferstock-Dieb das Handwerk. Dafür bekam er sogar eine Urkunde für Zivilcourage verliehen.

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