So, 16. Dezember 2018

50 Masten abgeerntet

15.03.2012 17:53

Jagd auf Kupfer und Co.: Banden legen ÖBB-Strecken lahm

Sie verursachen Millionenschäden und legen immer wieder Österreichs Verkehrsinfrastruktur lahm: Kupferdiebe. In der Nacht auf Donnerstag schlugen die vermutlich aus dem Osten kommenden Ganoven neuerlich zu. Auf einer Strecke von 30 Kilometern – der ÖBB-Schnellbahnstrecke von Hainburg nach Wien – zwickten die Kriminellen unter Lebensgefahr von 50 Masten die Erdungskabel ab.

Wegen der dadurch entstandenen bedrohlichen Spannungsfelder wurde der Zugverkehr stillgelegt. Hunderte Pendler mussten in Busse umsteigen. Es war ein dreister, ein lebensgefährlicher Coup – denn die Bande stolperte bei völliger Dunkelheit von Mast zu Mast. Sekundenschnell zwickten die Kriminellen, diesmal zwischen Wolfsthal und Fischamend in Niederösterreich, meterlange Kupferkabel ab.

Imageverlust durch Verspätungen
Schon in der Nacht zuvor hatten sie – ebenfalls auf der Strecke der S7 – bei Petronell-Carnuntum zugeschlagen. "Das Werk der Zerstörung wurde von einem unserer Streckendienste entdeckt", schilderte Niederösterreichs Bahnsprecher Christopher Seif der "Krone". Sein Arbeitgeber ist Kummer gewohnt: Allein 2011 entstand durch die Kupferkabel-Diebstähle ein Schaden von 1,3 Millionen Euro an reinem Materialwert. Noch horrender sind die (Image-)Verluste durch Zugverspätungen und Totalsperren. Vergangenes Jahr etwa wurde die Südbahnstrecke mehrmals lahmgelegt.

Sorgenvolle Mienen auch bei der Wiener U-Bahn. Dort hatte eine vierköpfige Bande aus der Slowakei zuletzt auf den Freilufttrassen der U4 und U6 sogar die Signalkabel abmontiert. Dabei nehmen die Gauner höchste Lebensgefahr in Kauf, zumal die Kabel unter Starkstrom stehen können.

Heiße Ware wird von Tätern umportioniert
"Handlanger der Ostbanden stehlen die Ware, transportieren sie möglichst unauffällig in Transportern und Klein-Lkws ab. Dann geht es weiter zu den Hehlern, die die heiße Ware auf den Markt werfen", schildert BKA-Sprecherin Silvia Strasser. Das wertvolle Kupfergebinde wird in eigenen Werkstätten umportioniert, also zu kleineren Einheiten geschnitten und anders verpackt, um Spuren zu verwischen. Firmen im Rumänien, Bulgarien und Ungarn sind die Abnehmer. "Höchste Priorität bei der Fahndung hat daher für uns die Zusammenarbeit mit den Polizeibehörden in all diesen Ländern", betont Strasser.

Die Anzeigen von Metalldelikten – wie auch der Urnendiebstahl vom Friedhof – sind in nur einem Jahr von 1.269 auf 1.569 angestiegen.

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