Zwei Aktionen in Linz

Schon wieder: Klimakleber blockierten Frühverkehr

Oberösterreich
22.08.2023 08:38

Nur einen Tag nach der Niederlage vor Gericht waren die Klimakleber wieder auf der Straße unterwegs: Dienstagfrüh blockierten sie in Linz den Römerbergtunnel sowie die Autobahnabfahrt Prinz-Eugen-Straße. Im Gepäck hatten sie außerdem eine Botschaft an die Bundesregierung. Ihre beiden Aktionen wurden aber rasch beendet.

Der Römerbergtunnel in beide Richtungen gesperrt sowie die A7-Abfahrt Prinz-Eugen-Straße blockiert - die sogenannten Klimakleber legten am Dienstag in Linz Teile des Frühverkehrs kurzzeitig lahm. Die Blockade bei der Autobahnabfahrt dürfte ersten Informationen zufolge aber in weniger als zehn Minuten durch die Polizei wieder aufgelöst worden sein.

„Licht am Ende des Tunnels“
Etwas länger klebte die Letzte Generation beim Römerbergtunnel. Dort sperrten Aktivisten zunächst die Einfahrt, um nach Abfließen der letzten Autos aus dem Tunnel am Nordportal ein Banner anzubringen. Darauf forderte die Gruppe die Bundesregierung auf, das „Licht am Ende des Tunnels“ zu sehen und den Empfehlungen aus dem Klimarat zu folgen.

In Anspielung an eine ehemalige Kanzlerrede brachten die Aktivisten auf dem Römerbergtunnel ein Banner zum „Licht am Ende des Tunnels“ an. (Bild: Letzte Generation Österreich)
In Anspielung an eine ehemalige Kanzlerrede brachten die Aktivisten auf dem Römerbergtunnel ein Banner zum „Licht am Ende des Tunnels“ an.

Ex-Arzt klebte sich fest
„Die Auswirkungen der Klimakrise sind jetzt schon katastrophal und bedrohlich. Alleine, was wir in den letzten Wochen an Waldbränden und Überschemmungen erlebt haben, ist furchtbar.“ So erklärt Kathie (22) in einer Aussendung der Letzten Generation ihre Teilnahme am Protest.

Auch ein 70-jähriger Arzt im Ruhestand klebte sich laut Aussendung am Asphalt fest: „In Österreich sind es etwa 2000 Menschen, die in den heißen Sommermonaten in ihren überhitzten Wohnungen einen meist stillen Tod sterben. Für mich als Arzt ist es eine Verpflichtung, friedlichen Widerstand zu leisten“, wird Manfred, der Mediziner im Ruhestand, zitiert.

FPÖ fordert erneut härtere Strafen
Mit scharfen Worten reagierte die FPÖ auf den morgendlichen Protest. „Die Stadt Linz soll den Klimaklebern jegliche moralische Unterstützung entziehen und die Bundesregierung muss endlich das Strafrecht auf derartige Delikte nachschärfen“, fordert Sicherheitsstadtrat Michael Raml. In die selbe Kerbe schlägt FP-Landesparteisekretär Michael Gruber: „Der Staat lässt sich auf der Nase herumtanzen. Es wird Zeit, hier endlich für klare Verhältnisse zu sorgen und empfindlichere Strafbestimmungen einzuführen.“

Diese Aktionen führen zu Chaos und beeinträchtigen Menschen auf ihren alltäglichen Wegen", ärgert sich Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ), der mehr gesetzliche Handhabe gegen Klimakleber fordert.

Gericht wies Beschwerde ab
Erst gestern, Montag, verloren Klimakleber einen Prozess in Linz. Die Aktivisten wollten die Verwaltungsstrafen nach einer ihrer Aktionen nicht hinnehmen. Sie sehen ihr Verhalten durch verfassungsgesetzlich gewährleistete Rechte gerechtfertigt und argumentierten, ihre Aktion sei durch den Notstand zu entschuldigen.

Das Landesverwaltungsgericht kam der Beschwerde nicht nach, senkte aber die verhängten Geldstrafen.

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