Große Anteilnahme

Der Tod von Sarah Burke erschüttert die Ski-Szene

Sport
20.01.2012 14:19
Die Ski-Szene hat mit Entsetzen und großer Trauer auf den Tod der kanadischen Freestylerin Sarah Burke reagiert. Die 29-jährige Halfpipe-Spezialistin starb am Donnerstag - neun Tage nach ihrem schweren Trainingssturz - in einem Krankenhaus in Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah. "Sarah war größer als das Leben, ein phänomenaler Repräsentant ihres Sports und hat ihr Leben in vollen Zügen genossen", sagte Peter Judge, der Geschäftsführer des kanadischen Freestyle-Verbandes.

Burkes Teamkollegin, die Weltmeisterin Roz Groenewoud, zeigte sich ebenfalls erschüttert über deren Tod und meinte: "Danke, dass du sechs Jahre lang eine großartige Teamkollegin warst und mehr an mich geglaubt hast als ich selbst. Du wirst immer meine Heldin bleiben. Love you Sarah." Zu Wort hat sich auch US-Ski-Olympiasiegerin Julia Mancuso gemeldet: "Ruhe in Frieden. Meine Gedanken und Gebete gehen an ihre Familie und Freunde."

Herzstillstand nach neun Tagen im Koma
Die Halfpipe-Weltmeisterin von 2005 und vierfache Gewinnerin der X-Games war am 10. Jänner beim Training in Park City mit dem Kopf aufgeschlagen und einen Tag später operiert und in künstlichen Tiefschlaf versetzt worden. Nach einem Herzstillstand kam es zu schweren, irreparablen Gehirnschäden wegen des Mangels an Sauerstoff und Blut. "Sarah ist friedlich im Kreise ihrer Liebsten gestorben. In Abstimmung mit Sarahs Wünschen wurden ihre Organe und Gewebe gespendet, um das Leben anderer zu retten", ließ die Familie Burkes ausrichten.

Kanadischer Verband spart sich die Spitalskosten
Auf einem Spendenkonto zur Abdeckung der Krankenhaus-Kosten in Höhe von 550.000 US-Dollar, das sind rund 425.000 Euro, war bis Freitag früh eine fünfstellige Summe eingegangen. Die kanadischen Athleten sind nicht über den Verband versichert, wenn sie außerhalb von Verbandswettkämpfen starten. Judge betonte, dass es ihn überraschen würde, wenn der ausrichtende Sponsor in Park City keine Versicherung abgeschlossen hätte. Nach seinen Angaben gebe es bereits mehrere Hilfsangebote, unter anderem vom IOC.

Burke, die mit dem kanadischen Extrem-Skiläufer Rory Bushfield verheiratet war, galt als eine der großen Pionierinnen und Aushängeschilder ihres Sports. Sie hatte sich jahrelang dafür eingesetzt, dass er ins Programm der Olympischen Winterspiele aufgenommen wird. Noch bevor es Damen-Bewerbe gab, fuhr sie bereits bei den Herren mit. Die Kanadierin wirkte zudem in zahlreichen Ski-Filmen mit und holte viermal den Halfpipe-Titel beim Extremsportevent X-Games.

Selbe Halfepipe wurde auch Pearce zum Verhängnis

In derselben Halfpipe wie Burke war Ende 2009 auch der Snowboarder Kevin Pearce schwer gestürzt. Der US-Freestyler erlitt dabei ein Schädel-Hirn-Trauma mit massiven Folgeschäden. Ende 2011 stand der 24-jährige Pearce, der vor dem Unfall der größte Widersacher von Überflieger Shaun White war, erstmals wieder auf dem Brett.

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