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Slalom in Zagreb

Hirscher verhindert mit Sieg die totale ÖSV-Pleite

Sport
05.01.2012 18:17
Zum Glück gibt's Marcel Hirscher, denn der Salzburger hat am Donnerstag mit seinem Sieg beim Slalom von Zagreb eine mehr als dürftige Darbietung des ÖSV-Teams überdecken können. Während Hirscher seine Halbzeitführung trotz der schlechter werdenden Bedingungen in Durchgang zwei verteidigen konnte, landeten die nächstbesten Österreicher Benjamin Raich und Manfred Pranger ex aequo gerade einmal auf Platz 19.

Hirscher setzte sich letztlich mit 0,29 Sekunden Vorsprung auf den Deutschen Felix Neureuther und 0,48 Sekunden auf Lokalmatador Ivica Kostelic durch. Letzterer musste sich am 30. Geburtstag seiner Schwester Janica vor dem kroatischen Präsidenten Ivo Josipovic, dem Premierminister Zoran Milanovic und 18.000 Zuschauern nach drei zweiten Plätzen dieses Mal mit Rang drei begnügen.

Hirscher: "Das Risiko hat sich gelohnt"
Im ersten Durchgang auf weicher Piste ein absolutes Startnummern-Rennen, waren die Verhältnisse im Finallauf eine Spur besser. Der 22-jährige Hischer setzte dabei zur großen Attacke an – und die machte sich bezahlt. "Es war ganz schön heftig zu fahren und am Limit zum Ausfallen. Aber das Risiko hat sich gelohnt. Ich gehe gerne Geländefahren und Tiefschneefahren, von daher kommt mir das schon ein bisschen zu Gute", sagte der Salzburger, der das Rennen in Zagreb grundsätzlich mag. "Es ist eine große Party, ich bin aber leider nie gut gefahren, das passt jetzt auch. Mir war klar, dass ich Vollgas geben muss", meinte Hirscher, der als Letzter am Start um die guten Leistungen von Kostelic und Neureuther wusste.

Im Gesamtweltcup hat Hirscher als Erstplatzierter nun 525 Punkte auf dem Konto, der Norweger Aksel Lund Svindal folgt mit 456 auf Platz zwei – im Slalom ist Hirscher (260) hinter Kostelic (305) Zweiter. "Ich wollte heute gewinnen, auch die Pistenverhältnisse waren gut für mich. Aber heuer ist es schwer, ganz oben zu sein. Es gibt drei, vier schnelle Läufer, die immer vorne sind. Zum Gewinnen muss man diese Leute schlagen", so Kostelic. Den Druck beim Heim-Event verglich er mit einem Schladming-Rennen mit nur einem Österreicher am Start. Neureuther (2.) kam nicht ohne Fehler ins Ziel, war aber dennoch zufrieden: "Es waren viele Löcher drinnen, da hat man lockere Haxn gebraucht. Marcel ist ein verdienter Sieger."

Hinter Hirscher weit und breit kein ÖSV-Läufer
Hirschers Coolness verhinderte ein Mega-ÖSV-Debakel: Mario Matt schied nach dem siebenten Halbzeitrang im Finale aus. Er hatte schon nach dem ersten Lauf gehadert: "Es ist brutal weich, ein paar Mal bin ich direkt eingebrochen. Nach Nummer drei hattest du nicht mehr viele Chancen." Pranger (Halbzeit-13.) und Raich (14.) fielen im zweiten Durchgang noch weiter zurück, belegten ex aequo Rang 19. Raich sah "keine Chance" bei diesen Bedingungen, er erreichte aber die beste Platzierung in dieser Disziplin seit dem Comeback nach seinem Kreuzbandriss im Februar. "Es ist, wenn du nicht ganz vorne fährst, nicht so viel drinnen. So schlecht habe ich meine Fahrt nicht gefunden, aber die Zeit stimmt einfach nicht", erklärte der Pitztaler.

Beim Damen-Rennen am Dienstag hatte die mit Salz behandelte Piste noch gut gehalten, bei den Herren brach sie im ersten Durchgang allerdings bereits mit Startnummer eins. Die Top Vier nach dem ersten Durchgang hatten auch die Startnummer eins bis vier, ein Gewaltlauf gelang nur dem US-Amerikaner Ted Ligety, der mit Nummer 17 noch auf Rang sechs brauste (am Ende landete er auf Platz 14). Gar nicht erst ins Finale geschafft hatten es von den Österreichern Patrick Bechter (51.) und Marc Digruber (54.) sowie Rainer Schönfelder und Wofgang Hörl (beide ausgeschieden).

Das Ergebnis:

Rang
NameNationLauf 1Lauf 2Gesamt
1HIRSCHER MarcelAUT55.96 55.88 1:51.84 Min.
2NEUREUTHER FelixGER56.5455.591:52.13
3KOSTELIC IvicaCRO56.0856.241:52.32
4DEVILLE CristianITA56.7455.931:52.67
5MYHRER AndreSWE56.0657.661:53.72
6MISSILLIER SteveFRA58.8454.951:53.79
7HARGIN MattiasSWE58.2255.871:54.09
8MÖLGG ManfredITA57.9456.161:54.10
9BYGGMARK JensSWE58.1655.951:54.11
10GROSS StefanoITA58.8055.411:54.21
11VALENCIC MitjaSLO58.8055.451:54.25
12BÄCK AxelSWE58.1656.141:54.30
13THALER PatrickITA58.9155.421:54.33
14JANYK MichaelCAN58.4256.421:54.84
14LIGETY TedUSA57.5957.251:54.84
16MYHRE Lars EltonNOR58.6456.281:54.92
17PINTURAULT AlexisFRA59.5755.371:54.94
18LARSSON MarkusSWE59.5455.541:55.08
19SCHMIDIGER RetoSUI59.0256.201:55.22
19RAICH BenjaminAUT58.3556.871:55.22
19PRANGER ManfredAUT58.3056.921:55.22
22YUASA NaokiJPN59.5755.791:55.36
23RAZZOLI GiulianoITA58.4256.991:55.41
24SPENCE BradCAN59.2556.201:55.45
25KASPER NolanUSA59.3256.231:55.55
26DREIER ChristophAUT59.2356.391:55.62
27HERBST ReinfriedAUT58.3757.891:56.26 


Ausgeschieden im 1. Durchgang u.a.: Wolfgang Hörl (AUT), Rainer Schönfelder (AUT), Maxime Tissot (FRA), Jean-Baptiste Grange (FRA)
Ausgeschieden im 2. Durchgang: Mario Matt (AUT), Fritz Dopfer (GER), Jimmy Cochran (USA), Will Brandenburg (USA)
Disqualifiziert im 1. Durchgang: Markus Vogel (SUI), Julien Cousineau (CAN)

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