„Er ist angezählt“

Nehammer gegen Kickl: Jetzt schießt FPÖ zurück

Politik
14.07.2023 13:36

Zwischen ÖVP und FPÖ ist das Klima aktuell ziemlich vergiftet - zumindest auf Bundesebene. Seit Tagen fährt die Volkspartei verbale Angriffe gegen den blauen Chef Herbert Kickl. Für Kanzler Karl Nehammer sei dieser sogar ein „Sicherheitsrisiko für das Land“. Während sich Kickl bisher nicht dazu äußern wollte, sprang nun Tirols FPÖ-Landesparteichef Markus Abwerzger für ihn in die Bresche.

„Nehammer kämpft angesichts der Umfragen und seiner eigenen schwachen Kanzlerwerte innerparteilich ums Überleben. Er ist angezählt. Die Nachfolger scharren schon mit den Hufen“, so Abwerzger. Er ortet in der Bundes-ÖVP „Panik“. Nur so seien die Ausritte von Nehammer gegen Kickl zu erklären. „Jetzt versucht er halt ,All In‘ zu gehen“, betonte der blaue Tiroler Landeschef.

Und überhaupt: Man wisse aus der Geschichte, dass Festlegungen seitens der ÖVP vor einer Wahl danach „maximal die Halbwertszeit von 24 Stunden haben“, sagte Abwerzger.

Kickl wird als „Volkskanzler“ Regierung anführen
Zudem stellte sich Abwerzger vehement hinter seinen Bundesparteiobmann. Kickl sei die „Nummer eins“, habe die FPÖ wieder in „lichte Höhen“ geführt und werde - sollten die Freiheitlichen bei der Nationalratswahl Platz eins erreichen - auch als „Volkskanzler“ eine Regierung anführen.

Zitat Icon

Kickl ist die Nummer eins und wird auch als Volkskanzler eine Regierung anführen.

FPÖ-Landesparteiobmann Markus Abwerzger (Bild: Birbaumer Christof)

Tirols FPÖ-Landesparteiobmann Markus Abwerzger

Hörl nennt FPÖ-Chef „wildgewordenen Cowboy“
Die ÖVP wird ihrer Angriffe auf Kickl jedenfalls vorerst nicht müde. Nach Nehammer, Verteidigungsministerin Klaudia Tanner und Innenminister Gerhard Karner war am Freitag der Tiroler Nationalratsabgeordnete und Wirtschaftsbundobmann Franz Hörl an der Reihe. Mit Kickl sei „weder als Kanzler, noch als Vizekanzler, noch als Innenminister“ eine Koalition möglich, sagte Hörl. Er nannte den FPÖ-Chef einen „wildgewordenen Cowboy“, der als Innenminister in „Wild West-Manier und Kompaniestärke in eine öffentliche Institution wie das BVT eingeritten“ sei.


Und dies unter dem „Vorwand“, den Rechtsstaat zu schützen, meinte Hörl. Eine generelle Absage an eine Koalition mit den Freiheitlichen wollte der Seilbahn-Chef, bekanntlich ansonsten kein Gegner einer solchen Konstellation und ein beständiger Grünen-Kritiker, hingegen nicht erteilen. Der Wähler werde die Gewichte verteilen und dann werde man sehen.

Abwerzger kritisierte seinerseits Hörl scharf. Dieser sei selbst ein „Obercowboy“ und zudem „verbal äußerst inkontinent“.

„Nehammer ist kapitaler Schaden für das Land“
Für FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker ist nicht Kickl, sondern Nehammer „nicht nur ein Sicherheitsrisiko, sondern insgesamt ein kapitaler Schaden“ für das Land. Der freiheitliche Politiker hält dem Regierungschef in einer Aussendung unter anderem vor, dass zu dessen Zeit als Innenminister eine „Völkerwanderung“ nach Österreich begonnen habe.

Die FPÖ lasse sich ihre Personalpolitik „sicher nicht vom scheidenden Kanzler diktieren“, richtete Niederösterreichs freiheitlicher Landesparteiobmann und LH-Stellvertreter Udo Landbauer aus. Er attestierte Nehammer, „im Würgegriff der Grünen“ festzustecken und nur mehr wild um sich zu schlagen.

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