Gut gegen Stress

Unterwegs mit Dr. Alm: „Berge tun Menschen gut!“

Bergkrone
16.07.2023 13:30

Für den Kärntner Mediziner Georg Lexer ist unsere Bergwelt die Gesundheitslandschaft der Zukunft - er erzählt, warum der Wolf darin keinen Platz hat und wieso der Wald das Lustgefühl steigert.

„Die über Jahrhunderte von Bauernhand geprägte Kulturlandschaft hat sowohl körperlich als auch seelisch eine gesundheitsfördernde Wirkung“, sagt Dr. Georg Lexer. Der pensionierte Mediziner, der heute mit seiner Frau Andrea Unterguggenberger den Peintnerhof im Lesachtal führt, zeigte der „Bergkrone“ den neuen heilklimatischen Wanderweg auf die Niedergailer Alm.

„Bergkrone“: Worin liegt denn der Unterschied zwischen Natur- und Kulturlandschaft? 
Lexer: Das Wort Natur wird viel zu oft falsch verwendet. Wenn Leute auf Almen unterwegs sind und sagen: Ist das eine schöne Naturlandschaft, dann ist es das Gegenteil, nämlich von Menschen geschaffen.

Der pensionierte Chirurg Georg Lexer ist gern in den Bergen unterwegs und nimmt immer wieder mal auch Gäste mit. (Bild: Hannes Wallner)
Der pensionierte Chirurg Georg Lexer ist gern in den Bergen unterwegs und nimmt immer wieder mal auch Gäste mit.

Aber was ist dann eine Naturlandschaft?
Eine Landschaft, die sich selbst überlassen ist, wo der Mensch nicht eingreift und wo sich alles selbst regelt.

Das klingt doch gut?
Ja, das ist gut, aber nur für die Natur selbst, nicht jedoch für uns Menschen. Ein Wald etwa, der über Jahre hinweg nicht bewirtschaftet wird, in dem kreuz und quer Totholz-Stämme herumliegen, macht dem Wald selbst nichts, aber auf uns Menschen wirkt sich dieser bei einem Aufenthalt darin negativ und sogar bedrohlich auf unsere Psyche aus. Völlig anders der bewirtschaftete Wald, der antidepressiv wirkt und sogar eine luststeigernde Wirkung hat.

Wald als Ersatz für lustfördernde Mittel?
Es sind die Duftstoffe, die ätherischen Öle, welche die Aktivität in den Nebennieren fördern, was zu einer harmonisierten Sexualhormon-Produktion führt. Deshalb begleiten also gleich vier Doktoren, Dr. Alm, Dr. Wiese, Dr. Wald und Dr. Wasser die Wanderer entlang des neuen Wanderweges. Genau das Rauschen des Baches, das Windsausen sowie das Regenprasseln verstärken die positiven Gefühle. Vogelzwitschern hat etwa eine angstlösende Wirkung und hilft bei Stress.

Also öfters in die Berge?
Ja. Ein einwöchiger, im Idealfall sogar zweiwöchiger Aufenthalt auf Almen reduziert nachhaltig und über mehrere Monate hinweg Schlafstörungen und chronischen Stress.

Deshalb zieht es ja auch immer mehr Menschen zum Wandern in die Bergwelt.
Natürlich, denn unsere extensiv bewirtschaftete Kulturlandschaft, wie wir sie in den Alpen vorfinden, ist die Gesundheitslandschaft der Zukunft. Wir müssen aber aufpassen, dass diese nicht durch Initiativen zerstört werden - wie etwa Re-Wilding Europe, die unsere Kulturlandschaft in Wildnis umwandeln möchten. Oder durch Großraubwild, wie Wölfe. Denn die Alpen haben viele positive Auswirkungen auf uns Menschen. Und echte Wildnis bedeutet für Menschen vielmehr Gefahr und Stress, da will niemand mehr wandern gehen.

Solche Initiativen argumentieren aber oft mit einer besseren Biodiversität.
Erst die sorgsame Bewirtschaftung führt zur Vielfalt an Kräutern und Blumen, die wir von unseren Almen kennen. So etwas kann eine reine Naturlandschaft gar nicht bieten. Nicht umsonst ist es auch nachgewiesen, dass Kühe, die auf der Alm sind, länger und gesünder leben. Deshalb tun unsere Berge den Menschen so gut.

Danke für die Wanderung und das Gespräch.

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