Di, 21. August 2018

"Überlebt er nicht"

07.12.2011 12:25

Australier in Saudi-Arabien zu 500 Hieben verurteilt

"Er würde wohl nicht einmal 50 überleben" - der Sohn des Australiers Mansor Almaribe bangt seit Dienstag um das Leben seines Vaters. Der 45-Jährige wurde in Saudi-Arabien zu 500 Peitschenhieben und einem Jahr Gefängnis verurteilt, wegen "Gotteslästerung". Der Verurteilte befindet sich in einem sehr schlechten Gesundheitszustand.

Der Australier aus Shepparton im Bundesstaat Victoria hatte nach Angaben der Melbourner Zeitung "The Age" am 14. November am Hadsch, der jährlichen Pilgerreise der Muslime, teilgenommen und war in der Stadt Medina im Westen Saudi-Arabiens festgenommen worden. Laut "The Age" wurde ihm von der Religionspolizei vorgeworfen, "Begleiter des Propheten Mohammed beleidigt" zu haben. Er habe in einer Gruppe von Pilgern "gelesen und gebetet", so die Zeitung.

Nach Angaben des australischen Senders ABC kann sich der gebürtige Iraner und Vater von fünf Kindern, der von Bekannten als guter Charakter beschrieben wird und nie Probleme mit Mitmenschen oder Behörden gehabt haben soll, keinen Rechtsanwalt leisten. Das saudische Gericht fackelte nicht lange: 500 Peitschenhiebe und ein Jahr Gefängnis, so der Urteilsspruch, der am Mittwoch vom australischen Außenministerium bestätigt wurde.

"Bruch des internationalen Rechts"
Die Botschaft stehe in Kontakt mit saudischen Behörden und versuche, die Strafe noch herunterzuhandeln. Sollte das nicht klappen, schwebt Mansor Almaribe wohl in akuter Lebensgefahr. Sein Gesundheitszustand ist offenbar mehr als schlecht. Neben einem Rückenleiden soll der 45-Jährige auch noch Diabetes und Herzprobleme haben.

Es sei unklar, wie genau diese Art von Strafe vollstreckt werde. Das passiere oft im Geheimen, erklärte Amnesty-International-Sprecherin Katie Wood in Bezug auf den aktuellen Fall. Klar sei lediglich, dass Opfer teils so übel zugerichtet würden, dass sie tagelang weder sitzen noch schlafen oder sich überhaupt bewegen könnten. Wood zu ABC: "Der Schlüsselpunkt ist, dass Saudi-Arabien eine internationale Übereinkunft unterzeichnet hat, die diese Grausamkeiten verbietet. Es handelt sich um einen Bruch des internationalen Rechts."

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.

Nachrichten aus meinem Bundesland
Die Bekanntgabe Ihres Bundeslandes hilft uns, Sie mit noch regionaleren Inhalten zu versorgen.