"Krone": Marlies, du hast den Auftakt-Riesentorlauf in Sölden ausgelassen. War beim Zusehen etwas Wehmut dabei?
Marlies Schild: Vielleicht sollt' Wehmut dabei gewesen sein, weil man als Rennläuferin ja immer fahren will. Doch das war nicht der Fall. Ich bin auf diesem Hang vor drei Jahren schwer gestürzt und es wäre für mich nur Kampf und Krampf gewesen.
"Krone": Aber in Aspen fährst du am Samstag auch den Riesentorlauf, oder?
Schild: Klar, hier gibt es ja für mich keine schlimmen Erinnerungen wie in Sölden.
"Krone": Der Höhepunkt ist für dich aber natürlich der Slalom am Sonntag. Von Trainingsbestzeiten mit über zwei Sekunden Vorsprung hat man heuer aber nichts gehört.
Schild: Der eine oder andere Tag war auch nicht so gut. Dennoch bin ich mit meinen Leistungen sehr zufrieden. Ich kann jetzt nicht sagen, wo ich genau stehe. Aber ich denke, dass es wieder recht gut aussehen sollte.
"Krone": Klingt doch wieder ganz nach dem alten Slalom-Selbstvertrauen der Marlies Schild: Weißt du eigentlich, wie viele Weltcup-Slaloms du bereits gewonnen hast?
Schild: Natürlich weiß ich das: 27 waren es.
"Krone": Womit nur noch sieben Siege auf den ewigen Rekord der Vreni Schneider fehlen: Darauf wird man dich in den nächsten Monaten oft ansprechen – mühsam?
Schild: Nein, nerven kann mich das überhaupt nicht. Im Gegenteil. Das ist eine Ehre und eine zusätzliche Motivation zugleich. Aber ich mag dennoch nicht ständig daran denken. Weil man sieben Siege nicht so einfach planen kann – so was muss einfach passieren, oder es passiert eben nicht. Letzte Saison habe ich, glaube ich, im Weltcup sechs Slaloms gewonnen. Wenn es in dieser nur drei werden, geht die Welt auch nicht unter.
"Krone": Wie lange gibst du dir für die sieben Siege noch Zeit? Oder anders ausgedrückt: Weißt du schon, wann du deine Karriere beendest?
Schild: Nein, darüber mache ich mir auch keine Gedanken. Wobei sich die Heim-WM 2013 in Schladming schon brutal gut anhört. Ich muss einfach noch Spaß an der Sache haben, dann mache ich weiter. Doch selbst dann kann man nicht immer von Steigerungen ausgehen.
"Krone": Aber etwas zynisch und bösartig gefragt: In Aspen sollte Sonntag sehr wohl eine Steigerung möglich sein, oder?
Schild: Dort ist es nicht schwer, erfolgreicher zu sein, weil ich letztes Jahr schon beim ersten Tor mit diesem blöden Einfädler rausgeflogen bin. Vielleicht komme ich ja diesmal bis zum fünften...








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