Heizsaison
Tipps für ein Raumklima zum Wohlfühlen
In den Herbst- und Wintermonaten verbringen wir die meiste Zeit in geschlossenen Räumen. Wie wohl wir uns dann fühlen, hängt wesentlich von der Qualität des Raumklimas ab, wobei in der kalten Jahreszeit noch zusätzlich der Einflussfaktor Heizen berücksichtigt werden muss.
Zu trocken, zu feucht?
Einer der häufigsten Fehler, der gemacht wird, ist, die Schuld an der als unangenehm empfunden Wohnraumluft einfach auf zu wenig Luftfeuchtigkeit zurückzuführen. Ein gutes Beispiel dafür ist die berühmte Schale mit Wasser, die sich immer noch in vielen Haushalten auf den Heizkörpern zur "Anfeuchtung der trockenen Heizluft" findet. Ganz falsch, denn ein gutes Wohlfühl-Raumklima entsteht durch ein ausgewogenes Verhältnis aller Einflussfaktoren, wie etwa Heiztemperatur, Temperatur der umschließenden Bauteile und Luftfeuchtigkeit.
Einige Grundregeln für die Raumluft: Untersuchungen zeigen, dass ein behagliches Raumklima bei etwa 19 bis 22 Grad Celsius und einer relativen Luftfeuchtigkeit von durchschnittlich 45 bis 65 Prozent liegt. Unter 30 Prozent Luftfeuchtigkeit besteht die Gefahr, dass die Schleimhäute austrocknen (Risiko für Erkältungskrankheiten!), Luftfeuchtigkeit oberhalb von 70 Prozent begünstigt die Bildung von Schimmelpilz.
Achtung: Je nach Bausubstanz und Raumtemperatur kann es allerdings bereits bei einer geringeren Luftfeuchtigkeit (etwa ab 50 Prozent) zu Schimmelbildung kommen.
Eine Faustregel empfiehlt, dass je höher die Luftfeuchtigkeit ist, desto niedriger die Raumtemperatur sein sollte, da bei hoher Luftfeuchtigkeit der körpereigene Kühleffekt durch Transpiration geringer ist und so die Umgebungstemperatur gesenkt werden kann.
Übrigens: Wird die Raumluft als zu trocken empfunden, muss dies nicht unbedingt mit mangelnder Luftfeuchtigkeit zusammenhängen. Auch durch den Heizstrom aufgewirbelter Staub (etwa durch Bücherregale) kann daran schuld sein.
Das einfachste Mittel für eine gute Raumluft ...
... kostet gar nichts. Richtiges und regelmäßiges Lüften ist die bei Weitem effizienteste Maßnahme, um rasch ein gesundes Wohlfühlklima im Raum herzustellen. Auch der in der Heizperiode so häufige, dumpfe Kopfschmerz ist mit dieser einfachen Maßnahme im Nu verschwunden. Ursache dafür ist nämlich, dass wir in der kalten Jahreszeit viel weniger frische Luft in unsere Räume lassen und es so zu einem mangelhaften Luftaustausch kommt.
Beim richtigen Lüften in den kalten Monaten geht es aber auch darum, das Zuviel an Luftfeuchtigkeit möglichst rasch ins Freie abzuführen. Zur Veranschaulichung: Ein Vier-Personen-Haushalt gibt pro Tag rund zwölf Liter Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf ab. Das Problem im Winter: An kalten Wandoberflächen kühlt die Luft rasch ab und kann daher auch weniger Feuchtigkeit aufnehmen.
Und so geht das richtige Lüften: Zwei- bis viermal täglich etwa fünf Minuten kräftig bei weit geöffneten Fenstern und Türen die frische Luft so richtig durch die ganze Wohnung durchziehen lassen. Achtung: Dauergekippte Fenster bringen nichts – außer höhere Heizkosten und erhöhte Schimmelgefahr!
Tipp: Wasserdampf in Bad, Küche durch Lüften sofort ins Freie abtransportieren!
Es lohnt sich, sich an die regelmäßige Stoßlüftung zu gewöhnen, denn falsches Lüften kann bis zu 30 (!) Prozent mehr Heizenergie kosten.
Grüne Helfer für ein gutes Raumklima
Nicht nur sehr hilfreich für ein gutes Raumklima, sondern zusätzlich auch entspannend für Augen und Seele sowie dekorativ sind Zimmerpflanzen. Bestimmte Pflanzen sind in der Lage, Giftstoffe aus den Wohnräumen zu filtern und für ein gutes Luftfeuchtigkeitsmanagement zu sorgen.
Am besten eignen sich Pflanzen, die viel Wasser verdunsten und große Blattflächen haben. Allerdings ist mit nur einer Pflanze noch wenig getan, besser ist es, mehrere in hübschen grünen Inseln in den Räumen anzuordnen.
Einige Topstars für das Wohlfühlklima:
- Ficus Benjamin und Arekapalme: Können dank spezieller Eiweißstoffe giftiges Formaldehyd in ungefährliche Aminosäure und Zucker umwandeln. So baut etwa die allerdings nicht ganz pflegeleichte Arekapalme in nur vier Stunden 99 Prozent des Schadstoffs ab.
- Zyperngras: Gesunde Feuchtigkeitsspender. Das Zyperngras verdunstet bis zu 97 Prozent des eigenen Gießwassers.
- Gummibaum und Drachenbaum: Die "Alleskönner" unter den Raumklima-Helfern. Nicht nur, dass sie Giftstoffe bis zu 70 Prozent absorbieren, sie sind zugleich hervorragende Luftbefeuchter und filtern Staubpartikel und Benzol aus der Luft. Zusatzplus: Im Vergleich zu anderen Zimmerpflanzen sind sie relativ pflegeleicht.



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