Außenminister Alexander Schallenberg, der von einer großer Delegation aus der Wirtschaft nach Vietnam begleitet wurde, hat eine positive Bilanz nach drei Tagen Staatsbesuch gezogen. Handelsabkommen und Kooperationen wurden geschlossen, weitere sind in Vorbereitung. Die Energiewende des südostasiatischen Landes soll mit österreichischer Hilfe gelingen.
Einmal waren die Klänge des „Radetzkymarsches“ nicht genug. Gleich zweimal gab es heuer zur Jahreswende im berühmten Hanoi Opera House ein Neujahrskonzert nach österreichischem Vorbild und Programm. Kulturveranstaltungen dieser Art hätten die Vietnamesen gerne mehr. Und nicht nur das: „Es gibt den großen Wunsch nach stärkerem wirtschaftlichem Engagement und Interesse aus Österreich“, sagte Außenminister Schallenberg nach seiner dreitägigen Vietnam-Reise. Nachsatz: „Das klang schon fast vorwurfsvoll.“ Schallenberg und eine 21-köpfige Wirtschaftsdelegation setzten dafür einen ersten Schritt. Handelsabkommen und Kooperationen wurden geschlossen, weitere sind in Vorbereitung. Vietnams Wirtschaftswachstum lag letztes Jahr bei acht Prozent. Und Präsident Vo Van Thuong soll demnächst nach Wien kommen.
Vietnam will China nicht reizen
Die Region rückte erst durch die Änderung der geopolitischen Ordnung durch Russlands Angriffskrieg in der Ukraine und Chinas aggressiver Außenpolitik stärker in den Fokus. „Ihre geopolitische Exponiertheit ist den Vietnamesen bewusst“, erklärte Schallenberg nach dem Treffen mit dem Premierminister und Außenminister in Hanoi. Man habe keine emotionale Beziehung zu Peking, wolle das Regime aber auch nicht reizen.
Vietnam pflegt neben China auch Beziehungen zu Russland, von dem man vor allem militärisches Equipment bezieht. Die von Russlands Präsident Wladimir Putin und Chinas Staatschef Xi Jinping kürzlich propagierte ewige Freundschaft beurteilt Hanoi kühl. Es sei eine Zweckgemeinschaft, aus der China aktuell mehr Profit schlage. Man müsse das beobachten, aber dürfe es nicht überbewerten. Schallenberg teilt diese Meinung.
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