Bachmut eingekesselt?
Ukrainische Truppen ziehen sich zurück
Nur wenige Stunden nachdem die russische Regierung die vollständige Einkesselung Bachmuts verkündet hat, ziehen sich nach den jüngsten Erkenntnissen des britischen Militärgeheimdienstes ukrainische Truppen aus einem Teil der ostukrainischen Stadt zurück. Zuvor hieß es aus Kiew, die russischen Angaben würden nicht der Realität entsprechen.
Russland habe seinen Angriff auf die in der Region Donezk im Osten gelegene Stadt wieder verstärkt, teilt das britische Verteidigungsministerium aus dem täglichen Lagebericht des Geheimdienstes am Freitag mit. Die regulären russischen Truppen und die Einheiten der Söldner-Truppe Wagner hätten ihre Zusammenarbeit verbessert. „Die ukrainischen Streitkräfte stehen vor erheblichen Nachschubproblemen.“ Sie seien gezwungen, sich geordnet aus bestimmten Stellungen zurückzuziehen. „Die ukrainische Verteidigung hält noch immer die westlichen Bezirke der Stadt, war aber in den vergangenen 48 Stunden besonders intensivem russischem Artilleriefeuer ausgesetzt.“ Die Wagner-Truppen konzentrierten sich nun darauf, ins Zentrum von Bachmut vorzurücken, während reguläre Fallschirmjäger sie bei Angriffen auf die Ränder der Stadt unterstützen.
Die Lage im schwer umkämpften Bachmut hat sich nach Angaben beider Kriegsparteien in den vergangenen Tagen weiter zugespitzt. Nach monatelangen und verlustreichen Kämpfen hatten die russischen Angreifer zuletzt eigenen Angaben zufolge Geländegewinne erzielt und rund 80 Prozent der Stadt erobert. Die Ukraine wiederum will die inzwischen fast völlig zerstörte Stadt trotz der Probleme nicht aufgeben. So sollen die russischen Angreifer zu verlustreichen Angriffen gezwungen und die Moskauer Truppen auf diese Weise abgenutzt werden. In Bachmut lebten früher rund 70.000 Einwohner, aktuell harren noch einige Tausend aus.
Deutschland sagt Ja zu Kampfjets
Unterdessen hat die polnische Regierung grünes Licht aus Deutschland für die Lieferung von fünf MiG-29-Kampfjets aus DDR-Altbeständen erhalten. Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius meinte dazu: „Das zeigt: Auf Deutschland ist Verlass!“ Es handelt sich um Flugzeuge, die die Bundeswehr aus früheren Beständen der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR übernommen hatte.
2003 wurden 22 Kampfjets vom Typ MiG-29 an Polen verkauft. In den Verkaufsverträgen für Rüstungsgüter aus Deutschland ist in der Regel festgeschrieben, dass die deutsche Bundesregierung einer möglichen späteren Weitergabe zustimmen muss. Polens Präsident Andrzej Duda hatte vergangene Woche erklärt, dass sein Land inzwischen bereits acht Kampfjets vom Typ MiG-29 an die Ukraine geliefert habe.







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