Drohnen gegen Raketen

Krim: Jetzt will Kiew Russland „entmilitarisieren“

Ukraine-Krieg
21.03.2023 08:15

Abgeschossene ukrainische Drohnen im Norden der Schwarzmeer-Halbinsel Krim sorgen für Aufregung. Durch abgestürzte Trümmerteile sei ein Mensch verletzt worden, sagte Krim-Verwaltungschef Sergej Aksjonow. Die Ukraine hat den Angriff bestätigt, dieser habe einem Raketentransport gegolten. Die Rede ist von „Entmilitarisierung“ und Vorbereitungen für die Befreiung. Mit den Schlagworten Entmilitarisierung und Entnazifizierung hatte Russland im Vorjahr seinen Angriffskrieg auf das Nachbarland begründet.

Durch den Angriff seien Raketen zerstört worden, teilte der Militärgeheimdienst in Kiew mit. Auf diese Weise solle die „Entmilitarisierung Russlands“ fortgesetzt und die Krim auf die Befreiung vorbereitet werden. Die russischen Streitkräfte transportieren Raketen für die Schwarzmeer-Flotte über den Landweg in die Militärhäfen. Zudem werden die eigenen Truppen in den besetzten Gebieten Cherson und Saporischschja über die Eisenbahnstrecke mit Nachschub versorgt.

Ein Toter, Häuser und Geschäft beschädigt
Die russischen Behörden bestätigten die Zerstörung der Raketen nicht. Sie berichteten am Montag davon, ukrainische Drohnen abgeschossen zu haben. Durch abgestürzte Trümmerteile seien Häuser und ein Lebensmittelgeschäft beschädigt worden. Dabei wurde ein Mensch verletzt. In dem betroffenen Geschäft soll laut dem Verwaltungschef der betroffenen Ortschaft Dschankoj, Igor Iwin, ein Brand ausgebrochen sein.

Explosion in Munitionsdepot
In Dschankoj hatte es schon im August des Vorjahres eine schwere Explosion in einem Munitionsdepot gegeben. Damals wurden mehrere Menschen verletzt, Tausende mussten in Sicherheit gebracht werden. Der Zugverkehr wurde mitten in der Tourismus-Saison zeitweise eingestellt. Über Dschankoj gehen die Bahnverbindungen von Moskau über die neue Krimbrücke in die Hauptstadt Simferopol auf der Halbinsel.

Die Krim-Brücke verbindet die Schwarzmeer-Halbinsel mit der russischen Region Krasnodar. (Bild: AP)
Die Krim-Brücke verbindet die Schwarzmeer-Halbinsel mit der russischen Region Krasnodar.

Diese Zwischenfälle werfen bei russischen Beobachterinnen und Beobachtern immer wieder Fragen auf, wie gut die militärisch hochgerüstete Halbinsel, die seit 2014 von Moskau kontrolliert wird, tatsächlich geschützt ist. Auch aus anderen russischen Regionen im Grenzgebiet zur Ukraine wird seit Monaten über Angriffe von ukrainischer Seite berichtet. In den Gebieten Brjansk, Kursk und Belgorod gab es Tote, Verletzte und schwere Zerstörungen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte angekündigt, die Krim wie alle anderen besetzten Gebiete der Ukraine befreien zu wollen.

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