Ex-SKN-Vorstand Denner

„Das Fass in St. Pölten war mir zu voll“

Niederösterreich
02.03.2023 11:00
Zweitligist St. Pölten klagte Hauptsponsor Gottfried Denner wegen nicht erfolgter Zahlungen. Gegenüber der „Krone“ erklärt der Ex-Vorstand nun, warum er seinen Vertrag kündigte...

Mit den beiden Trainern, die er zuletzt auf der Geburtstagsfeier von Teammanager Mario Batoha traf, habe er nach wie vor Kontakt. „Weil Stephan Helm und Emanuel Pogatetz hervorragende Arbeit leisten, sich voll mit dem Verein identifizieren. Leider kann ich das nicht von allen im Klub behaupten . . .“

Der Prolog zu den schweren Geschützen, die Gottfried Denner gegen Zweitliga-Spitzenreiter St. Pölten auffährt. Jener Mann, der über eine Million Euro in den SKN gesteckt hatte, im Mai aber vor Gericht erklären muss, warum er die finanziellen Leistungen einstellte, seinen Sponsorvertrag kündigte. Die „Krone“ hatte den Weinviertler Unternehmer vor zwei Tagen an dieser Stelle als „zahlungs- und kommunikationsunwillig“ bezeichnet. Und somit aus der Reserve gelockt.

„Wurde als dumm bezeichnet“
„Wir, und damit meine ich unser Familienunternehmen, wären gerne beim SKN geblieben – aber das Fass war mir zu voll.“ Denner zeichnet ein düsteres, von der aktuellen Klubführung zuletzt ganz anders dargestelltes Bild des SKN, wenn er über die Gründe spricht, warum er im Oktober des Vorjahres aus dem Vorstand ausschied. „Bei einer Veranstaltung im Juli wurde ich öffentlich vor Spielern und Trainern von einer strategischen Partnerin als dumm bezeichnet, weil ich so viel Geld in den Verein investieren würde.“ Konsequenzen gab es für die Dame nicht. „Nicht die einzige vereinsschädigende, unbestrafte Aktion in den letzten Jahren.“

„Ist für mich bedenklich“
Vorstände wie Anton Hintermeier oder Delegierte würden sich am Verein bereichern. „Dass ein Anwalt, der eine ehrenamtliche Funktion innehat, Honorarnoten an den Klub stellt, ist für mich mehr als bedenklich.“ Während Denner selbst seinen Scheinen nachlaufen musste. „Ich habe dem Klub immer wieder Geld geborgt, alles nur stotternd bis gar nicht zurückbekommen. Beim Investment für Deni Alar in der Höhe von 50.000 Euro etwa wurde mir das Einzelsponsoring zugesichert, nach einem Spiel legte die Liga ein Veto ein – der Gegenwert fiel somit weg.“

 Bei der ersten Rate seiner Sponsorvereinbarung für die aktuelle Saison, die 180.000 Euro umfasste, behielt Denner 80.000 € ein, die 90.000 € fürs Frühjahr zahlte er nach seiner Kündigung gar nicht. Damit wird sich das Gericht befassen. SKN-Wirtschaftsvorstand Matthias Gebauer: „Wir haben unsere Leistungen erfüllt, mehr will ich dazu nicht sagen . . .“

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