Opernball-Preisschock

Luxus-Loge kostet im Schnitt 244 Tage Arbeit

Österreich
15.02.2023 10:23

Ein Glas Sekt um zwölf und ein Paar Frankfurter um mehr als zehn Euro, eine Luxus-Loge für wohlfeile 23.600 Euro: Am Opernball kommt die High Society auf ihre Kosten. Ein durchschnittlich verdienender Österreicher müsste 244 Tage für die teuerste Loge arbeiten.

Das Wiener Society-Event des Jahres ist für Otto Normalverbraucher ein teurer, fast unleistbarer Spaß: Mit einem Medianeinkommen von 96,6 Euro (bezogen auf einen einzelnen Tag) müsste er 244 Tage für die teuersten Logen arbeiten.

Besonders deutlich macht das Rechenexperiment die Einkommensschere*: Während Männer mit einem Medianeinkommen von 110,57 Euro pro Tag nur 213 Tage zu arbeiten hätten, bräuchten Frauen (Medianeinkommen 78,53 Euro) mit 300 Tagen fast ein ganzes Jahr, um sich die teuerste Karte kaufen zu können.

„Was Arbeitnehmer in zwei Dritteln eines Jahres verdienen, geben Reiche für einen Logenplatz an einem Abend aus“, fasst AK-Ökonom Matthias Schnetzer zusammen.

„21 Milliarden Euro werden auf dem Opernball tanzen“
Der Experte stellte darüber hinaus noch weitere Zahlen-Experimente an. „Wenn annähernd das Publikum der vergangenen Jahre da ist, dann kann man davon ausgehen, dass rund 21 Milliarden Euro auf dem Opernball tanzen werden“, so der AK-Forscher. Dazu addierte der Wissenschaftler das durchschnittliche Vermögen der reichsten fünf Prozent in Österreich (8,75 Milliarden Euro) mit jenem von vergangenen Ball-Gästen wie Kristallerbin Fiona Swarovski (3,7 Milliarden Euro), Industriellen-Witwe Ingrid Flick (vier Milliarden Euro) oder Investor Georg Stumpf (fünf Milliarden Euro).

Ob auch Ingrid Flick, die laut Trend-Ranking zu den Top-10 der reichsten Österreicher zählt, zum Ball kommt?  Schnetzer zog auch die Milliardärin für ein Rechenexperiment heran. „Würde man eine Polonaise aus Durchschnittsösterreichern machen wollen, dann würde sie 12,5 Kilometer lang sein und könnte mehr als zweimal um den Wiener Ring gehen, bis das Vermögen von Flick erreicht ist.“

*Weil Einkommensdaten aus dem Jahr 2022 noch nicht vorliegen, verwendete der Forscher die Zahlen aus 2021. Damals waren laut Statistik Austria rund 1,5 Millionen Menschen armutsgefährdet, was 14,7 Prozent aller Haushalte entspricht.

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