Um Vorstoß abzuwehren

Russland baut Befestigungen in der Südukraine aus

Ukraine-Krieg
13.02.2023 12:06

Russland verstärkt weiterhin seine Verteidigungsstellungen in besetzten Regionen in der Ukraine. Vor allem in der südukrainischen Oblast Saporischschja seien Anfang Februar Defensivanlagen ausgebaut worden, teilte das Verteidigungsministerium in London am Montag in seinem täglichen Geheimdienst-Update mit. Ein ukrainischer Durchbruch in dem Gebiet hätte für die Invasoren fatale Folgen.

Zu sehen sind die russischen Befestigungsanlagen auf zahlreichen Aufnahmen des ESA-Satelliten Sentinel-2 - Bilder, die öffentlich zugänglich sind. Entlang zahlreicher Orte an der Front rund 60 Kilometer südlich der Gebietshauptstadt Saporischschja wurden Gräben gezogen und Panzersperren aufgestellt. Entsprechende Aufnahmen werden auch in sozialen Medien geteilt (siehe unten).

Durchbruch würde Krim-Versorgung bedrohen
Ukrainische Erfolge hätten schwere Folgen für die russische Position, so die Einschätzung der britischen Regierung. Sollten die ukrainischen Truppen die Front in Saporischschja durchbrechen, würde die russische „Landbrücke“ zwischen Russland und der annektierten Krim bedroht.

Ein ukrainischer Erfolg im ostukrainischen Gebiet Luhansk hingegen würde das russische Kriegsziel einer „Befreiung“ des Donbass gefährden. „Die Entscheidung, welche dieser Bedrohungen mit Vorrang begegnet werden soll, ist wahrscheinlich eines der zentralen Dilemmata für die Planer des russischen Angriffs“, betonte das Ministerium.

„Russland bleibt besorgt“
„Trotz des aktuellen operativen Schwerpunkts auf dem zentralen Donbass bleibt Russland besorgt über die Bewachung der äußersten Enden seiner erweiterten Frontlinie“, hieß es. Dies zeige sich mit dem Ausbau der Stellungen in Saporischschja und Luhansk, die zudem mit neuen Truppen verstärkt würden. Die Frontlinie in der Ukraine sei rund 1288 Kilometer lang.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine vor fast einem Jahr unter Berufung auf Geheimdienstinformationen täglich Updates zum Kriegsverlauf. Damit will die britische Regierung sowohl der russischen Darstellung entgegentreten als auch Verbündete bei der Stange halten. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor.

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