Auch heuer wieder stimmte die feinfühlige Inszenierung von „Mauracher und Mohr - Geschichten und Lieder rund um die Stille Nacht“ in der Festhalle Fügen im Tiroler Zillertal Besucher mit viel Empathie auf das „Fest der Feste“ ein. Ein Höhepunkt war die Darbietung der neunjährigen Rosalie, die für echte Gänsehautmomente sorgte (siehe Video oben).
„Basierend auf den historischen Fakten, wie das Lied Stille Nacht ins Zillertal gekommen ist, dafür habe ich einen fiktiven Briefwechsel zwischen dem Hilfspfarrer Joseph Mohr und dem Fügener Orgelbauer Karl Mauracher geschrieben“, erzählt Regisseur und Schauspieler Hakon Hirzenberger. Seine Produktion „Mauracher und Mohr - Geschichten und Lieder rund um die Stille Nacht“ erlebte am Freitag in der Festhalle Fügen als Wiederaufführung Premiere (ein Termin noch am Sonntag, 17 Uhr).
Die Rahmenhandlung dazu gestaltet sich folgendermaßen: Die napoleonischen Kriege haben Hunger und Not über die Menschen gebracht. So wird die Salzach bei Oberndorf zur bayerisch-österreichischen Staatsgrenze. Schiffer verlieren damit ihre Vorrechte für den Salztransport und verarmen. Hochwasser und Missernten verschärfen die Notlage der ausgezehrten Bevölkerung. Zu allem Überfluss haben auch noch Mäuse den ledernen Blasebalg der Kirchenorgel, welche aus der Werkstatt des Karl Mauracher stammt, so angeknabbert, dass das Instrument nicht mehr bespielbar ist.
Die Schuld an der Misere trugen die Kirchenmäuse
Der Oberndorfer Hilfspfarrer Joseph Mohr ist schier am Verzweifeln in diesen Tagen vor dem Weihnachtsfest im Jahre 1818. Sein zwei Jahre zuvor geschriebenes Gedicht „Stille Nacht“, welches bei der Christmette in Oberndorf erstmals mit Orgelbegleitung aufgeführt werden sollte, scheint noch länger ein Dasein in der Schublade zu fristen. Mohr setzt sich ans Schreibpult und beginnt einen (fiktiven) Briefwechsel mit dem damals weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannten Fügener Orgelbauer Karl Mauracher: „Lieber Meister Mauracher, Deine Orgel spielt nicht. Deine Orgel muss spielen, um mir meinen Traum von Stille Nacht zu erfüllen.“
Lied wurde in über 300 Sprachen übersetzt
Maurachers Antwort darauf: „Lieber Pfarrer Mohr, ich stecke terminlich derzeit ziemlich im Schlamassel, dann müsst ihr halt Dein Lied Stille Nacht mit der Gitarre begleiten.“ Der Rest wurde zur allseits bekannten Geschichte, in der das Lied um die Welt geht. Die Zillertaler Sängerfamilie Rainer trägt es dem russischen Zaren Alexander I. und dem österreichischen Kaiser Franz I. vor. 1839 wird es zum Mega-Erfolg in New York.
Aber die Begeisterung hält bis heute an: Im deutschen Sprachraum ist „Stille Nacht“ der Top-Hit unter den Weihnachtsliedern. Das Lied wurde in über 300 Sprachen übersetzt. Seit 2011 steht es in der Liste des immateriellen UNESCO-Kulturerbes.
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