Mo, 25. Juni 2018

Positive Prognose

16.08.2011 15:37

Krankenkassen erwarten heuer ein Plus von 104 Mio. €

Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger blickt optimistisch in die Zukunft. In einer am Dienstag veröffentlichten Prognose wird für heuer mit einem Überschuss von 104 Millionen Euro gerechnet. Nur drei Kassen sollen demnach negativ bilanzieren.

Die Wiener Gebietskrankenkasse (-14 Millionen), die Niederösterreichische Gebietskrankenkasse (-3,9 Mio.) und die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft (-2,9 Mio.) dürften ein Minus einfahren. Ausgeglichen bilanzieren sollen die Tiroler und die Vorarlberger GKK, bei allen anderen Gebietskrankenkassen wird ein Überschuss erwartet.

Das größte Plus unter den Gebietskrankenkassen wird für die Steirische GKK mit 25 Millionen Euro prognostiziert, vor der Kärntner GKK mit 22,5 Millionen, dahinter folgen die Oberösterreichische GKK (+7,1 Millionen), die Salzburger GKK (+0,5 Millionen) und die Burgenländische GKK (+0,1 Millionen). Insgesamt am besten steht die Versicherungsanstalt der öffentlich Bediensteten da, sie erwartet ein Plus von 45 Millionen Euro.

Ausgaben steigen deutlich an
Die Ausgaben der Kassen für die Medikamente sollen laut der Prognose heuer um 3,6 Prozent steigen. Im Vorjahr waren sie nur um 0,9 Prozent angewachsen, in den vergangenen Jahren waren hier aber Steigerungen um die acht Prozent zu verzeichnen. Die Ausgaben der Kassen für die ärztliche Hilfe sollen heuer um vier Prozent steigen nach einem Plus von 1,1 Prozent im Vorjahr. Und für die Spitäler rechnen die Kassen mit Mehrausgaben von 4,3 Prozent, nachdem im Vorjahr hier noch ein Minus von 0,7 Prozent registriert worden war. Auch für Heilbehelfe wird nach einem Minus von 4,4 Prozent im Vorjahr nun für heuer mit ein Plus von 3,2 Prozent gerechnet. Der Verwaltungsaufwand soll von 1,9 auf drei Prozent steigen.

Prognosen heuer bereits zweimal revidiert
Die Prognosen der Krankenversicherungsträger sind heuer bereits zweimal nach oben revidiert worden. Vor drei Monaten war noch von einem deutlich geringeren Plus von nur 44 Millionen die Rede, und im Voranschlag vom Februar war überhaupt ein Minus von 32 Millionen Euro erwartet worden.

Der Hauptverband machte neben der konsequenten Befolgung des Konsolidierungszieles auch die gestiegenen Beitragseinnahmen für die positive Entwicklung verantwortlich. Allerdings sind in dem prognostizierten Überschuss von 104 Millionen Euro auch die von der Politik zur Verfügung gestellten 40 Millionen Euro aus dem Strukturfonds enthalten.

Schelling sieht keinen Anlass zur Euphorie
Angesichts des immer noch hohen Schuldenberges von zusammen mehr als 500 Millionen Euro besteht für den Vorstandsvorsitzenden im Hauptverband, Hans Jörg Schelling, aber nach wie vor kein Anlass zur Euphorie. Schelling warnte neuerlich davor, den eingeleiteten Konsolidierungskurs abzuschwächen oder gar zu verlassen. "Erstens müssen wir heuer feststellen, dass die Ausgaben für Medikamente wieder etwas höher wachsen als im Vorjahr, und zweitens ist das positive Ergebnis des vergangenen Jahres auch durch Einmaleffekte seitens der Bundesregierung (Entschuldung, Kassenstrukturfonds) zustande gekommen."

Gesundheitsminister Alois Stöger zeigte sich dagegen erfreut, dass der Konsolidierungskurs der Krankenkassen erfolgreich fortgesetzt wird und sprach von einem "großen Erfolg". "Finanziell abgesicherte Krankenkassen bedeuten auch Sicherheit für die Patientinnen und Patienten", so Stöger.

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