29.09.2022 20:00 |

Grünes braucht Wärme

Energiesparen für Gewächshäuser fast unmöglich

Der kalte Herbst bereitet auch Kärntens Gärtnern Sorgen. Denn während Büros oder Unis wegen der Energiekrise mit 19 Grad auskommen müssen, brauchen es Weihnachtssterne wärmer.

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Der Herbst ist kalt, vor allem die Gärtner leider darunter. „Seit Mitte September müssen wir die Glashäuser heizen“, stöhnt Walter Urabl. „Denn viele Pflanzen brauchen warme Temperaturen.“ So auch der beliebte Weihnachtsstern. Das Gewächs mit den dekorativen Hochblättern ist auch als „Stern der Azteken“ bekannt und hält bei guter Pflege lange.

„Der Weihnachtsstern etwa wächst nur bei 20 Grad plus“, bestätigt Urabl. Kaum zu glauben, denn die Bevölkerung muss jetzt teils mit 19 Grad vorlieb nehmen. In den Büros, Ämtern oder Universitäten wird bei den steigenden Strom- und Gaskosten die Temperatur gedrosselt. Urabl kriegt die Weihnachtssterne, die immergrün sind und eigentlich aus Mittelamerika kommen, ganz klein geliefert.

Wärme dank Biomasse
„Zwei Monate lang brauchen sie für das Wachstum Wärme. Tagsüber hilft die Sonne mit, in der Nacht muss jeden Tag kontinuierlich geheizt werden.“ Der Klagenfurter hat sechs Glashäuser und ist froh, dass sein Vater schon in den 80er Jahren auf Biomasse umgestellt hat. In der Gärtnerei hat Urabl einen eigenen Heizraum, die Leitungen gehen in alle Glashäuser. Zwei heizt er noch mit Öl: „Da gibt es eine Kostenexplosion. Für einen Liter Heizöl hab ich vor einem Jahr 70 Cent bezahlt, heuer 1,70. Auch der Ölkessel kostet Geld, braucht Pflege. Die Preise pro Weihnachtsstern betragen beim Großhandel normal zwischen 5 und 15 Euro, heuer werden sie steigen.“

Hohe Kosten treffen alle
Holland ist das Blumenland der Welt. „40 Prozent aller Glashäuser stehen dort heuer aber leer. Die enormen Kosten kann keiner mehr zahlen. Der Transport der Weihnachtssterne ist schwierig, kostet oft mehr als die Haltung.“ Urabl hat 8000 Weihnachtssterne in seinen Glashäusern. Andere Gärtner wie Felix Pichler-Koban in Velden müssen ihre Glashäuser mit Öl heizen. Die kalten Herbsttemperaturen bereiten also auch ihm Sorgen. „Ich muss zehn Glashäuser heizen“, erzählt Pichler-Koban.

Christian Tragner
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