Reform angekündigt

Polaschek will rascheren Berufseinstieg für Lehrer

Politik
07.09.2022 20:15

Die angekündigte Reform der Pädagogenausbildung soll bald umgesetzt werden, wenn es nach Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) geht. Ihm schweben unter anderem ein „besserer, schnellerer“ Berufseinstieg und dazu passend mehr berufsbegleitende Masterstudiengänge vor. Polaschek traf sich am Mittwoch mit Vertretern sowie Vertreterinnen der Pädagogischen Hochschulen (PH) und Universitäten.

Derzeit umfasst das Lehramtsstudium vier Jahre Bachelor und für die Volksschule mindestens ein Jahr Masterstudium. Für alle anderen Schulformen sind ein sechsjähriges Studium nötig - vier Jahre Bachelor und zwei Jahre Master. Bereits jetzt kann man allerdings mit einem Bachelorabschluss in Vollzeit als Lehrperson arbeiten, in der Volksschule auch als klassenführende Lehrkraft. „Hier braucht es Modelle, die attraktiv und kreativ sind“, sagte Polaschek am Mittwoch in Linz.

Verkürzung zurückgewiesen
Aufgrund des Mangels an Lehrpersonen - krone.at hat berichet - werden derzeit immer mehr Stimmen laut, die eine deutliche Verkürzung der Ausbildung zumindest für bestimmte Schularten fordern. Dem wird das Bildungsministerium nicht nachkommen, stellte Polaschek klar: „Dem generellen Ruf nach Downgrading der Lehrkräfteausbildung erteile ich ein klares Nein.“ Eine gleichwertige Ausbildung aller Lehrer und Lehrerinnen sei „wesentlich“ und „Grundlage für eine zunehmende Durchlässigkeit“ der Ausbildung und eine Aufwertung der Volksschule. 

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Kein Mensch würde aufgrund eines Mangels an Ärzten fordern, dass wir sie nur mehr in drei oder zwei Jahren Studium ausbilden

Bildungsminister Martin Polaschek

Das sei wichtig für die Zukunft des Berufs. „Kein Mensch würde aufgrund eines Mangels an Ärzten fordern, dass wir sie nur mehr in drei oder zwei Jahren Studium ausbilden.“ Die Lehrkäfteausbildung wurde erst 2015/2016 grundlegend umgestellt. Für Volks- und Mittelschullehrpersonen hat sich die Ausbildungsdauer damit im Vergleich zu früher auf sechs Jahre verdoppelt. An den allgemein bildenden höheren Schulen (AHS) und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) dauert sie eineinhalb Jahre länger als zuvor. 

Zudem werden Lehrer und Lehrerinnen nicht mehr für bestimmte Schultypen ausgebildet, sondern für Altersgruppen. Die Ausbildung erfolgt entweder an den Pädagogischen Hochschulen (Primarstufe sowie Berufsschule) oder an PHs sowie Universitäten (Sekundarstufe, die aus Mittelschule, AHS und BMHS besteht).

Quereinsteiger erreichen
Laut Polaschek müssten zukünftig auch „qualifizierte Quereinsteiger“ ins System bekommen werden. Ein weiterer Punkt sei „eine noch bessere Verbindung von Theorie und Praxis.“

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