Sie ist erst 13 Jahre alt und laut Gutachterin traumatisiert: Ihr Vater soll sie monatelang zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Er soll ihr Geschenke versprochen haben, wenn sie schweigen würde. Der 60-Jährige sieht in den ganzen Anschuldigungen einen „perfiden Plan“, um ihn „loszuwerden“. Im Falle eines Schuldspruchs erwarten den Familienvater bis zu zehn Jahre Haft!
„Wir haben hier neben Mord das schwerwiegendste Verbrechen des Strafgesetzes“, erinnert die Staatsanwältin im Landesgericht Krems. Der Angeklagte soll seine erst 13-jährige Tochter missbraucht haben. „Er hat ihr Geschenke für sexuelle Handlungen geboten. Er sagte, sie solle ihm dreimal eine Leistung erbringen, und dann bringt der Osterhase das iPhone." - nur ein Beispiel der Staatsanwältin.
Mit Fotos Tochter erpresst
Monatelang soll der Vater so seine Tochter dazu gezwungen haben, sein sexuelles Verlangen zu stillen. Das Mädchen erzählte das zunächst niemandem. Der 60-Jährige soll nämlich Fotos der 13-Jährigen während des Missbrauchs gemacht und gedroht haben, sie zu verbreiten. Als sie sich irgendwann ihrem Freund anvertraute - den sie laut dem Vater nicht haben durfte - erstatteten seine Eltern Anzeige bei der Polizei.
Sie hat das alles mit ihrem Freund zusammen erfunden!
Der Angeklagte im Landesgericht Krems
60-Jähriger redet von „perfidem Plan“ gegen ihn
Der Angeklagte ist nun der Meinung: „Sie hat das alles mit ihrem Freund zusammen erfunden!“ Das sei eine einzige riesige Intrige gegen ihn! „Wir haben immer ein gutes Verhältnis gehabt“, beteuert er vor Gericht. Erst als sie älter und eigensinniger wurde, soll sich das geändert haben. Und dann wollte sie ihren ersten Freund mit nach Hause bringen: „Ich bin von der alten Schule und wollte das nicht!“ Da soll die 13-Jährige angefangen haben, Pläne zu schmieden, um ihn „loszuwerden“.
Gutachten stimmt Tochter zu
Nach seiner Schilderung erinnert ihn die Richterin abermals: „Ein Geständnis ist der wichtigste Milderungsgrund!" Auch die Staatsanwältin ist sich sicher, dass die Tochter weder die Fotos auf sein Handy geladen hat, noch bei jeder ihrer Aussagen gelogen hat - denn auch das gynäkologische Gutachten stützt ihre Version der Taten.
Der Prozess wird am Montag mit weiteren Zeugen fortgesetzt.
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