Kommen „dunkle Zeiten“ auf die Steirer zu? Vor dem Hintergrund der Energiekrise wollen Städte und Gemeinden Nachtbeleuchtung einschränken. Die „Steirerkrone“ hat sich umgehört, was die Politik vor hat und welches Sparpotenzial es gibt.
Müssen Sehenswürdigkeiten oder Schaufenster in der Nacht beleuchtet sein und Laternen menschenleere Straßen erhellen? Stromsparen ist das Gebot der Stunde und seit Wochen wird in diesem Zusammenhang über unnötige Nachtbeleuchtung diskutiert. Die deutsche Stadt Nürnberg zum Beispiel hat die Scheinwerfer vor historischen Gebäuden bereits abgedreht.
Graz lotet Spar-Potenzial aus
Die Diskussion ist auch in der steirischen Landeshauptstadt angekommen, Nägel mit Köpfen hat man aber noch nicht gemacht: „Die Energie-Taskforce der Stadt Graz arbeitet mit Hochdruck an Möglichkeiten um Energie einzusparen“, heißt es aus dem Büro von Vizebürgermeisterin Judith Schwentner. Stadtchefin Elke Kahr war - wohl urlaubsbedingt - für eine Stellungnahme nicht erreichbar, Medienberichten der letzten Tage zufolge wäre sie aber bereit, bei Sehenswürdigkeiten das Licht abzudrehen, wenn es „substanzielle Einsparungen“ bringe.
Weihnachtsbeleuchtung in der Schwebe
Der Effekt dürfte aber überschaubar sein: Die Beleuchtung im öffentlichen Raum mache etwa 0,5 Prozent des Gesamtstrombedarfs von Graz aus, heißt es aus dem Büro der Vizebürgermeisterin. Auch bei der Energie Graz spricht man von einem „eher symbolischen Akt“. Dementsprechend will die Stadt Graz auch der Weihnachtsbeleuchtung noch keine fixe Absage erteilen, wie es andere Städte bereits andenken. Aber: „Trotz des geringen Einsparungspotenzials wird eine Reduktion der Weihnachtsbeleuchtung in Betracht gezogen“, so die Vize-Bürgermeisterin. Es sei wichtig, dass die Stadt mit gutem Beispiel vorangehe.
Trotz des geringen Einsparungspotenzials wird eine Reduktion der Weihnachtsbeleuchtung in Betracht gezogen
Judith Schwentner (Grüne), Vizebürgermeisterin von Graz
Viele Gemeinden setzen schon auf LED
Nicht nur in der Stadt, auch auf dem Land ist Energiesparen im öffentlichen Raum angesagt: „In den Gemeinden ist schon vor der Energiekrise viel passiert, immer mehr Kommunen setzen etwa auf LED-Straßenbeleuchtung“, sagt der steirische Gemeindebund-Präsident Erwin Dirnberger. Durch die aktuelle Lage habe sich diese Entwicklung noch beschleunigt, auch beim Thema Heizen öffentlicher Gebäude.
In der Kritik stehen aktuell auch hell erleuchtete Einkaufszentren. Zumindest beim Grazer Murpark will man das nicht gelten lassen: „Bei uns leuchtet zwischen 22 und 6 Uhr nichts, außer das Notlicht“, so Center-Managerin Edith-Münzer. „Wir arbeiten laufend an der Energieeffizienz und sind gerade dabei die Tiefgaragen-Beleuchtung auf LED umzustellen.“














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