Einmal hatte Susanne Walli erwogen, ihre Reise zur Leichtathletik-WM in Eugene abzusagen. In jener Nacht, als ihr Freund, der Radprofi Michael Gogl, nach seinem Horrorsturz bei der Tour de France auf der Intensivstation lag. Dann aber wurde ihr klar, dass auch ihr Freund es sicher wünschen würde, dass sie bei der WM starten würde …
Jetzt, wo Michael Gogl, der einen Schlüsselbein- und Beckenbruch erlitten hatte, daheim seine Reha beginnen konnte, geht es Susi natürlich auch seelisch wieder besser und sie bewies mit ihrem sensationellen Einzug ins 400-m-Semifinale am Mittwoch um 18.53 Ortszeit (03:53 MESZ in der Nacht auf Donnerstag) ihre große Klasse.
Daheim hatte ihr Freund während ihres starken Vorlaufs gehofft, dass Susi den Direktaufstieg als Dritte ins Semifinale schaffen würde. Das lag ja sehr im Bereich des Möglichen. Österreichs Top-Läuferin aber wurde in 52,18 Vierte. „Das war’s wohl“, hatte Michael Gogl schon befürchtet. Beide, er daheim in Österreich und sie in der Mixed-Zone von Eugene, musste lange bangen, bis ihre Qualifikation als 24. und Letzte fürs Semifinale feststand. Am Telefon habe sich Michael Gogl dann riesig mit ihr gefreut. „Und er hat mir auch versprochen, dass er nachts aufsteht und mein Semifinale schaut.“
Dieses Rennen wird verdammt hart für Susanne Walli. Sie wurde auf die wegen des engen Radius schwierig zu laufende Innenbahn 1 eingeteilt. Da kann sie kaum ihr Ziel, zum dritten Mal in ihrer Karriere unter 52 Sekunden zu laufen, verwirklichen. „Aber ich werde das Beste daraus machen“, nimmt sich die 26-Jährige vor. Ihr Hauptziel, wie bei den Olympischen Spielen im Vorjahr das Semifinale erreicht zu haben, hat sie ohnehin verwirklicht. „Das ist ein Riesenerfolg für mich, darauf bin ich auch stolz!“ Sie hofft, in der Gesamtplatzierung in dem unglaublich stark besetzten 400-m-Bewerb dieser WM noch die eine oder andere Läuferin überholen zu können. Trainer Wolfgang Adler weiß: „Susi wächst mit ihrer Aufgabe!“
Das trifft hoffentlich auch auf Österreichs Speerwurf-Rekordlerin Victoria Hudson in ihrer Qualifikation (in Österreich in der Nacht auf Donnerstag) zu. Sie hatte bisher eine durchwachsene Saison, zeigte aber zwei 60-m-Wettkämpfe. Für den Direktaufstieg ins Finale sind 62,50 m gefordert. „Meine letzten Trainingseinheiten sind hier gut verlaufen“, zeigt sie sich optimistisch. Victoria Hudson lobt zwar den extrem kurzen Weg von der Unterkunft auf dem Campus ins Stadion, kritisiert aber auch (sehr höflich) die Bedingungen in den Studentenheimen: „Die sind schon gewöhnungsbedürftig. Ich bin aber keine drei Monate hier!“








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