Diese Frauen-EURO ist nicht nur sportlich besonders. Sondern auch, was die Geschichten dahinter betrifft. So leitet Österreichs Showdown gegen Norwegen mit Kateryna Monzul eine Ukrainerin, welche den Krieg hautnah miterlebte. Hier ein Kommentar von „Krone“-Reporter Christian Mayerhofer aus England.
Die Ukrainerin Kateryna Monzul war schon bei den Herren im Einsatz. Etwa 2021 bei Österreichs WM-Quali-Duell in Wien gegen die Faröer Inseln. Da war die Welt für die studierte Architektin und Stadtplanerin noch in Ordnung. Kein Krieg.
Mittlerweile ist die 41-Jährige aus der Westukraine in die Schweiz geflohen. Eine ihrer Assistentin, Maryna Striletska, erzählt schlimmste Geschichten: „Als ich eines Morgens aufwachte, bellten draußen die Hunde, saß mein Mann weinend vor dem Fernseher: Der Krieg hatte begonnen.“ Die Flucht - ein Überlebenskampf. „Überall Bomben. Ich habe teils in Kirchen auf dem Boden geschlafen, musste an der Grenze lange warten. Aber dann war’s geschafft.“ Und jetzt ist das Gespann bei der EM in England.
Auch eine andere lebt nicht „ungefährlich“: Andrea Pereira. Die Spanierin vom FC Barcelona, 2021 mit den Katalanen Champions-League-Siegerin, hat seit ihrer Kindheit Diabetes. „Ich muss nach jeder Mahlzeit Insolin spritzen“, so die Verteidigerin, die viel Selbstdisziplin aufbringen muss. „Andere denken an das Match, was sie auf dem Rasen zu tun haben. Ich muss davor danach schauen, wie hoch mein Glukose-Spiegel ist, ob ich mehr oder weniger Insulin spritzen muss.“ Der größte Traum wäre für sie der Titelgewinn. Heute soll einmal das Viertelfinale fixiert werden.
Und zwar gegen Dänemark, wo ebenso eine ganz besondere Persönlichkeit am Ball ist: Nadia Nadim. Die Topstürmerin floh aus Afghanistan, wo ihr Vater von den Taliban ermordet wurde - sie „arbeitete“ sich nebenbei zur Ärztin und Dänin des Jahres hoch, kämpft für Minderheiten. Grotesk, dass sie zuletzt für WM-Gastgeber Katar eine bezahlte Botschafter-Rolle übernahm. Das brachte ihr im Team um Superstar Pernille Harder (jene Spielerin, für die Chelsea 2021 mit 350.000 Euro die bisher höchste Ablöse weltweit an Wolfsburg zahlte) viel Misskredit ein.








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