15.07.2022 09:11 |

„Training brilliant“

Weißhaidinger bereit für den nächsten großen Wurf

Lukas Weißhaidinger ist bereit für die WM! „Ich freue mich schon sehr. Mein letztes Wurftraining war ausgezeichnet. Die Form passt.“ Sonntagabend steht für unseren Diskus-Star in Eugene zunächst die Qualifikation an - da ist es in Österreich schon tiefe Nacht. Dreimal war für ihn die Quali zuletzt eine heiße Zitterpartie, immer nur mit Ach und Krach hatte er das Finale erreicht, aber immer mit einem Happyend aus Bronze bei EM, WM und Olympia. Egal, welche Farbe eine Medaille am Dienstag hätte, wäre dies für Luki der nächste große Traum.

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Aber erst einmal die Quali, wo jeder nur drei Würfe hat! „Jeder weiß, dass die Quali kein Freund von mir ist. Aber ein Wurf wird schon passen.“ Sorge oder gar Angst hat Weißhaidinger nicht, höchstens Respekt. „Da hat es schon viele erwischt, auch Olympiasieger.“ Aber mittlerweile hat Weißhaidinger ein derart hohes Niveau, so viel Selbstvertrauen durch die drei großen Medaillen gewonnen, dass er „vorher beruhigt schlafen“ kann. „Irgendwann wird Luki die Quali auch locker überstehen. Am besten kommt hier in Eugene die Wende“, wünscht Trainer Gregor Högler. Am liebsten wäre ihm, wenn sein Schützling gleich im ersten Versuch die 66,00 m wirft, die für die Direktqualifikation gefordert sind.

„Der Ring ist sehr schnell, aber auch rutschig“, berichtet Weißhaidinger, der heuer mit seinem neuen Rekord von 69,11 m den fünften Platz der Weltrangliste einnimmt. Aber auch die beiden heuer bisher überlegenen Werfer Daniel Ståhl (Sd/71,47) und Kristjan Čeh (Slo/71,27) sind für ihn „nicht außer Reichweite“. Die beiden müssen auch bei einer WM erst einmal so weit werfen. „Gelingt mir ein perfekter Wurf, kann ich selbst 70 m werfen!“

Zusätzliche Motivation erhält der 30-Jährige durch das komplett neu gebaute Stadion auf dem historischen Hayward Field. „Hier spürt man Leidenschaft und Energie“, erzählt Weißhaidinger, der von diesem „reinen Leichtathletik-Stadion“ schwärmt. „So etwas müsste man in Österreich haben.“ Kein Fußballplatz in der Mitte, alle Ringe für die Würfe (Diskus, Hammer, Kugel) sind permanent installiert. Der Diskusring statt dem Mittelkreis!

„Keine Wertschätzung für die Athleten!“
Das Stadion also ist perfekt. Das Umfeld aber kritisiert auch Weißhaidinger scharf. Die Unterbringung auf dem Campus hätte gerade mal Standardausrüstung. „Im Zimmer hat man so etwas wie ein Stockbetten-Feeling. Da fehlen noch dazu vor allem Klimaanlagen! Ich habe aber noch Glück, bei mir geht’s. In manchen Zimmern gibt es ständig 40 Grad. Da kommen die Athleten aus dem Schwitzen nicht mehr raus.“ Zudem sei die Wasserversorgung nicht gewährleistet. „Da herrscht Wasserknappheit und das Wasser ist hygienisch nicht vertretbar!“ Es wird nicht in Flaschen verschlossen angeboten, oft wird es für die Athleten aus Schläuchen bereitgestellt. All Probleme ärgern natürlich auch Weißhaidinger: „Das zeigt, dass es keine Wertschätzung für die Athleten gibt!“

Wieder Sensation durch Susanne Walli?
Neben Lukas Weißhaidinger ist Sonntag bereits auch Susanne Walli in ihrem Vorlauf über 400 m an der Reihe. „Für mich schließt sich hier ein Kreis!“ War sie doch in „Track Town USA“ schon vor acht Jahren bei der Junioren-WM am Start. Woran sie die allerbesten Erinnerungen hat, weil sie damals sensationell das Finale erreicht hatte. „Mit einer Platzierung will ich nicht spekulieren. Ich will einfach eine gute Zeit laufen!“ Möglichst zum dritten Mal in ihrer Karriere unter 52 Sekunden. Ihre Topform hatte die Linzerin zuletzt mit einer herausragenden 200-m-Zeit von 23,10 unter Beweis gestellt. „Das zeigt, dass sie über 400 m im Bereich ihrer Bestzeit laufen kann“, sagt Trainer Wolfi Adler. Susis „Hausrekord“ steht bei 51,52, erzielt als Semifinal-Sechste bei den Olympischen Spielen im Vorjahr in Tokio. Auch wenn das Niveau in dem attraktiven Rennen über die Stadionrunde heuer weltweit besonders hoch - Susi Walli ist eine ähnliche Sensation wie in Tokio zuzutrauen.

Olaf Brockmann
Olaf Brockmann
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