12.07.2022 16:30 |

Million „Darlehen“

Ausgeklügelter Finanzierungsplan war Untreue

Für den Geschäftsführer gab es in seinem Plan keine Fehler: Er nahm sich ein Darlehen bei seiner Muttergesellschaft, finanziert damit seine Immobilienprojekte und zahlt dann alles plus Zinsen zurück. Bescheid sagte er aber keinem, dass er sich Geld „borgte“. Ein klarer Fall von Untreue, entscheidet das Wiener Landesgericht.

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Eine Million Euro soll der Geschäftsführer einer Immobilienfirma veruntreut haben. Er habe sich das Geld einfach von der Muttergesellschaft überwiesen. Dahinter steckt aber, laut dem Angeklagten im Wiener Landesgericht, ein ausgeklügelter Querfinanzierungsplan unter Schwesterfirmen.

„Geld soll arbeiten“
Denn „statt das Geld ohne Zinsen liegenzulassen, soll es in gewinnbringenden Projekten arbeiten“ - Immobilien seiner Firma. Die Million hat er also nur als Darlehen genommen. Jeder Gesellschafter hätte sein Geld wieder zurückbekommen sollen. Wie und wann, war aber nicht klar. Einen Vertrag gab es nämlich nicht. „Sie sind ja nicht neu in der Geschäftswelt. Dass man für diese Summe einen Darlehensvertrag braucht, müssen Sie gewusst haben“, wirft Richter Gerald Wagner dem 70-Jährigen vor. Auch Privatbeteiligtenvertreter Volkert Sackmann ist sich sicher, dass es sich um Untreue handelt.

Das Urteil lautet 2 1/2 Jahre Haft, nicht rechtskräftig. Von der Million werden die Gesellschafter aber wohl nichts mehr sehen ...

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