Portrait

Der Mann, der Pop und Pädagogik verbindet

Vorarlberg
10.07.2022 15:55

Er spielte in ikonischen Bands der 80er und 90er, begründete „Schoren rockt“ und gibt sein Können seit fast 40 Jahren weiter: Klaus Berkmann.

Als Lustenauer hätte er eigentlich Jazz-Musiker werden müssen, ist doch Österreichs größte Marktgemeinde als Mekka dieser Stilrichtung bekannt. „Auch ich habe mich als Teenager in die ,Linde’ geschlichen, um nach der Pause kostenlos Stars wie Chet Baker oder Dexter Gordon zu lauschen“, gesteht Klaus Berkmann kleine Jugendsünden. Weit mehr begeisterte ihn aber die Beatles-Sammlung seines Cousins. Diese war der Hauptgrund, dass er sich eine Gitarre kaufte, mit 16 das Jazzseminar besuchte und schließlich eine eigene Band gründete. Eine Popband, wohlgemerkt.

Klaus Berkmanns ständiger Begleiter seit 40 Jahren, sowohl auf der Bühne wie auch in der Schule: die Gitarre. (Bild: mathis.studio)
Klaus Berkmanns ständiger Begleiter seit 40 Jahren, sowohl auf der Bühne wie auch in der Schule: die Gitarre.

„Ich habe nie verstanden, warum die meisten heimischen Musiker stets amerikanische Vorbilder aus den 70ern kopierten - und noch weniger, warum alle immer englisch sangen“, sagt der Kopf von „Sturmfrei“, der einzigen Ländle-Formation, die in den 80ern der damals angesagten „Neue Deutschen Welle“ folgte. Was für Klaus und seine Mannen folgte: ein Auftritt bei der „Großen Chance“, einem Vorläufer heutiger Castingshows, sowie zahlreiche Konzerte.

Pädagoge statt Profimusiker
Für eine Profi-Karriere hat es nicht ganz gereicht, was Klaus Berkmann aber gelassen nahm: „Ich wollte seit jeher Gitarrenlehrer werden und bin dies auch seit fast 40 Jahren.“ Wobei er es beim reinen „Lehren“ nicht belassen hat. Mit „Schoren rockt“ war er Initiator des größten Musikevents eines einzelnen Gymnasiums in Vorarlberg: „Jeder durfte spielen und viele wollten spielen und manche, die damals erstmals auf der Bühne standen, sind jetzt Profimusiker in Wien“, freut er sich heute noch über den nachhaltigen Erfolg des Formats.

Für eine Profi-Karriere hat es bei Klaus Berkmann nicht ganz gereicht. (Bild: mathis.studio)
Für eine Profi-Karriere hat es bei Klaus Berkmann nicht ganz gereicht.

Kreativität ist das, was Spaß macht
Dass mittlerweile auch im Gymnasium die musischen Fächer immer weniger werden, hält Klaus für falsch. „Das, was in der Schule am meisten Spaß macht - Musik, Bildnerische Erziehung oder Sport - wird auf ein Minimum reduziert. Damit reduziert sich auch das gute Klima an den Schulen“, plädiert er für kreativeren Unterricht. Er selbst blieb immer kreativ und auf der Bühne nicht untätig: In den 90ern konzertierte er mit den Bands „Desire“ sowie „KKK“ und brachte damals einen ganz neuen Sound (Electro-Pop, Industrial) unters Volk - was im Ländle eher für offene Münder denn offene Ohren sorgte.

Mittlerweile gibt sich der verheiratete Vater einer erwachsenen Tochter konventioneller. Mit der Band „Spinning Wheels“ pflegt er Soulmusik, mit „Benny Fitz und die Almosen“ eher rockige Klänge: „Es macht einfach Spaß, Songs von den Beatles oder David Bowie zu spielen!“ Das waren ja auch die Besten...

Raimund Jäger
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