07.07.2022 14:59 |

„Ukraine-Freund“

Boris Johnson geht: Jubel und Häme in Moskau

In seiner Rücktrittsrede versicherte der scheidende Premier Boris Johnson am Donnerstag, dass Großbritannien weiterhin an der Seite der Ukraine stehen werde. Sein Land gehört neben den USA zu jenen Staaten, die bisher die meisten Waffen an Kiew geschickt haben. Doch der Jubelstimmung in Moskau tut diese Ankündigung des konservativen Politikers keinen Abbruch.

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„Die besten Freunde der Ukraine gehen. Der Sieg ist in Gefahr!“, schrieb etwa der Vizechef des russischen Sicherheitsrates, Ex-Präsident Dmitri Medwedew, am Donnerstag im Nachrichtendienst Telegram. Johnsons Abgang sei das „rechtmäßige Ergebnis britischer Unverfrorenheit und niveauloser Politik. Besonders auf internationalem Feld“, meinte der 56-Jährige. Medwedew spekulierte auch bereits mit weiteren Rücktritten in Europa: „Wir warten auf Neuigkeiten aus Deutschland, Polen und dem Baltikum.“ Allerdings wackeln dort die Regierungen nicht.

Kreml-Sprecher: „Er mag uns nicht und wir ihn nicht“
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sprach von einer schweren Krise in Großbritannien. „Was Herrn Johnson selbst angeht, so mag er uns überhaupt nicht. Und wir ihn auch nicht“, sagte Peskow der Agentur Interfax zufolge. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass in Großbritannien irgendwann „professionellere Leute“ an die Macht kämen, die auch die Notwendigkeit von Dialog verstünden. „Aber im Moment ist darauf kaum zu setzen.“

Vollkommen unklar ist unterdessen, wer auf Johnson folgt. Dem Vernehmen nach könnte sich die Wahl des neuen Premiers und Vorsitzenden der konservativen Tories bis zum Herbst hinziehen. Es gibt zahlreiche Kandidaten, ein Favorit zeichnet sich bisher nicht ab.

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