Ex-ÖSV-Herrenchef

„Unter Schröcksnadel wäre einiges anders gelaufen“

Vorarlberg
16.06.2022 17:55

Mathias Berthold beendete nach zwei Saisonen seine Arbeit als Team- und Persönlichkeitsentwickler bei Vize-Meister Sturm Graz. Fad wird dem Vorarlberger aber nicht - ganz im Gegenteil: Neue spannende Projekte warten bereits. Mit der „Krone“ sprach der frühere Cheftrainer der österreichischen Skiherren aber auch über den Wintersport und die Personalrochaden im ÖSV.

„Ich hätte auch sitzen bleiben und weiterhin Geld kassieren können“, sagt Mathias Berthold, „aber das bin nicht ich!“ Nach zwei Saisonen hat der Montafoner seinen Job als Team- und Persönlichkeitsentwickler bei Sturm Graz zurückgelegt. „Sportdirektor Andreas Schicker war von meiner Entscheidung, die ich ihm vor eineinhalb Monaten mitgeteilt habe, überrascht. Auch vielen Spielern tut es leid, dass ich gehe. Aber ich habe festgestellt, dass meine Arbeit dort erledigt ist.“

Mathias Berthold (2. v. li.) war in den vergangenen zwei Saisonen bei Sturm Graz als Team- und Persönlichkeitsentwickler tätig. (Bild: GEPA pictures)
Mathias Berthold (2. v. li.) war in den vergangenen zwei Saisonen bei Sturm Graz als Team- und Persönlichkeitsentwickler tätig.

Nachdem die Steirer in Bertholds erster Saison auf Rang drei der Bundesliga gelandet waren, kürte sich der Traditionsverein in der abgelaufenen Saison zum Vizemeister hinter Red Bull Salzburg. „Rückblickend ist es eigentlich wahnsinnig gut gelaufen“, erklärt der Gargellner, der mittlerweile zwischen Wien und Nüziders - und bis vor kurzem Graz - pendelt. „Da es aber weder einen Trainerwechsel noch sonst eine gravierende Veränderung gibt, sind meine Themen dort abgearbeitet. Und man soll ja bekanntlich dann gehen, wenn es am schönsten ist.“

Immer unterwegs
Fad wird dem früheren Slalomspezialisten, der in den 1990er-Jahren auch große Erfolge auf der U.S. Pro-Ski Tour feierte, aber nicht. „Eigentlich dachte ich ja, dass ich nach dem Ende meiner Karriere als Skitrainer weniger in der Weltgeschichte herumreisen würde“, grinst „Mätti“. „Dem ist aber absolut nicht so. Da ich viele Vorträge halte und mit Sportlerinnen und Sportlern aus verschiedenen Bereichen und Ländern zusammenarbeite, bin ich fast noch mehr unterwegs als früher.“

Mathias Berthold war schon mit dem Skiweltcupzirkus ständig auf Achse - hier etwa in Wengen. (Bild: Christof Birbaumer / Kronenzeitung)
Mathias Berthold war schon mit dem Skiweltcupzirkus ständig auf Achse - hier etwa in Wengen.

Daran wird auch das Ende der Zusammenarbeit mit Sturm nicht viel ändern. „Es gibt ein richtig spannendes Projekt, das ich in der Pipeline habe. Darüber kann ich aber derzeit noch nicht sprechen“, verrät Berthold, der als Skitrainer sowohl mit Deutschlands Damen als auch den österreichischen Herren große Erfolge feierte. Etwa eine Zusammenarbeit mit einem der zwei Vorarlberger Bundesligisten? „Nein, das kann ich ausschließen. Im heimischen Fußball bin ich zu sehr mit Sturm Graz verbunden, als dass ich da mit einem anderen Verein zusammenarbeite“, stellt der Hardrock-Fan - Lieblingsband: Nazareth - klar.

Den Skirennsport verfolgt Berthold - der auch beim 1. FC Nürnberg als Mentaltrainer tätig war - immer noch interessiert. Auch die zahlreichen personellen Umstrukturierungen im ÖSV, die für Außenstehende teilweise chaotisch wirkten. „Ich habe das keinesfalls als Chaos wahrgenommen“, hält der passionierte Golfer fest. „Unter Peter Schröcksnadel wären einige Dinge sicherlich anders gelaufen. Grundsätzlich finde ich es aber sehr gut, dass Veränderungen stattfinden. Das bringt frisches Blut und neuen Schwung hinein.“

Für Mathias Berthold (r.) ist Marko Pfeiffer (l.) eine ausgezeichnete Wahl als ÖSV-Herrenchef. (Bild: Christof Birbaumer / Kronenzeitung)
Für Mathias Berthold (r.) ist Marko Pfeiffer (l.) eine ausgezeichnete Wahl als ÖSV-Herrenchef.

Eine Topbesetzung
Besondere Freude bereitet ihm die Beförderung von Marko Pfeifer zum Cheftrainer der Herren. „Er ist ein absoluter Topmann“, weiß Berthold, der den Kärntner 2013 vom schwedischen Skiteam zum ÖSV lotste. „Schade ist aber der Abgang von Patrick Riml. Er wäre der perfekte Sportdirektor gewesen." 

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