15.07.2011 15:07 |

Bald als Download

Opernstar singt "Töchter-Hymne" für Rauch-Kallat ein

Sie soll zwar erst im Herbst im Nationalrat abgesegnet werden, aber eine gesungene Version der "Töchter-Hymne" gibt es schon jetzt. Vor den Augen geladener Journalisten und in Gegenwart von Ex-Frauenministerin Maria Rauch-Kallat schmetterte Opernsängerin Ildiko Raimondi am Freitag gleich zwei Versionen des neuen Textes: einmal mit betonter Pause zwischen den Töchtern und den Söhnen, dann mit der sprachlich eleganteren Wendung "Heimat großer Töchter und Söhne".

Rauch-Kallat, die zu den Initiatorinnen der Änderung zählt, zeigte sich erfreut über die Möglichkeit, die bisher abstrakt geführte Diskussion mit einem gesungenen Beispiel untermauern zu können. Sängerin Raimondi lobte die Hymne als "sehr schön zu singen" und meinte im Anschluss an die Präsentation zuversichtlich: "Beim Lesen holpert es, beim Singen weniger."

Raimondi hatte sich für die Aktion ehrenamtlich zur Verfügung gestellt. Rauch-Kallat will die neue Hymne nun - nach entsprechender Rechteabklärung - auf CD und als Download zur Verfügung stellen. Allerdings hatte sich zuletzt der Verlag, der die Textrechte hält, quer gestellt und angekündigt, gegen eine Textänderung klagen zu wollen.

"Debatte läuft sachlicher als vor sechs Jahren"
"Sprache ist das wichtigste Medium der Bewusstseinsbildung", bekräftigte Rauch-Kallat, "gerade die Bundeshymne hat eine hohe Signalwirkung." Dass die Diskussion auch aus diesem Grund derzeit heftig geführt wird, habe sie erwartet. "Aber sie wird sachlicher geführt als vor sechs Jahren." Die Debatte um die neue Hymne heiße nicht, dass man sich von den anderen Frauenthemen verabschiedet habe. Ganz im Gegenteil: "Wenn dadurch Frauenthemen sensibler betrachtet werden, haben wir schon viel erreicht."

In der vergangenen Woche hatte der Streit um die Textänderung seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Die Spitze der ÖVP-Frauen im Nationalrat hatte mit den Kolleginnen von SPÖ und Grünen heimlich einen Gesetzesantrag auf Änderung des Textes verfertigt. Doch das Vorhaben konnte nicht umgesetzt werden, weil der ÖVP-Klub offenbar Wind von der Sache bekommen hatte und mit einem Rede-Marathon der Männer verhinderte, dass der Antrag eingebracht wurde.

Nach dem anschließenden Sturm der Entrüstung ruderten die ÖVP-Männer dann zurück und gaben ihren fundamentalen Widerstand gegen eine Änderung auf. Im Herbst soll nun über den neuen Text abgestimmt werden. Ihre Ablehnung gegenüber einer Neufassung des Textes hat bislang lediglich die FPÖ bekundet.

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