22.05.2022 06:00 |

„Krone“-Gastkommentar

Das Spiel mit dem Feuer

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Vor exakt zwei Jahren habe ich an dieser Stelle bereits vor dem Inflationsfeuer am Dach der EU gewarnt, entfacht durch das fortwährende Gelddrucken in einem überhitzten System. Damals lag die Inflation bei 0,7 Prozent. Heute stehen wir bei 7,2 Prozent. Großbritannien bei neun Prozent. Wir steuern auf eine Geldentwertung im zweistelligen Bereich zu; de facto hat der Brand - beschleunigt durch Corona und den Ukraine-Krieg - längst die Europäische Währungsunion befallen.

Seit der Finanzkrise 2008 hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Geldmenge im Euro-Raum versiebenfacht, von 880 Milliarden auf sechs Billionen Euro, um den finanzmaroden Südstaaten billiges Geld zur Verfügung zu stellen. Umverteilung, auf Kosten der EU-Nettozahler. Eine deutliche Erhöhung der Leitzinsen mit Ankauf-Stopp neuer Staatsschuldenwürde neben Italien und Spanien auch Frankreich in die Pleite schicken.

In Zahlen bedeutet dies für uns Österreicher: Eine Teuerung, die nur die Über-41-Jährigen je erlebt haben. Treibstoffe: plus 49,1 Prozent. Haushaltsenergie: plus 28,8 Prozent. Fleisch: plus 10,7 Prozent. Beim Blick auf Russland und die Ukraine kann sich Otto Normalverbraucher ausrechnen, dass die Erhöhung der Verteidigungsbudgets in absehbarer Zeit zusätzlich die Preise befeuern wird.

De facto muss die EZB dringend Wasserwerfer einsetzen: Die Zinsen erhöhen, die Geldmenge senken, den Euro stabilisieren. Sonst droht ein Inferno, soziale Unruhen inklusive.

Christian Baha, Kronen Zeitung (Gastkommentar)

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