18.05.2022 06:00 |

Bau-Boom

Unter Druck: Stehen in Graz schon zu viele Hotels?

In Graz schossen in den vergangenen Jahren die Hotels wie die Schwammerl aus dem Boden. Experten sprechen bereits von einer Überhitzung in der Landeshauptstadt. Nun droht ein beinharter Verdrängungswettbewerb.

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Die Bagger brummen, es wird gehämmert, verputzt oder betoniert. In Graz sind derzeit drei große Hotel-Bauprojekte im Entstehen: die Radisson-Gruppe baut an der Ecke der Annenstraße zum Eggenberger Gürtel, ein Motel One entsteht am Jakominiplatz und das Aiola Living erweitert seine Kapazitäten in der Schmiedgasse.

„In Graz ist die Lage am Hotelmarkt schon an der Grenze zur Überhitzung“, analyisert Alfred Grabner, Obmann der Fachgruppe Hotellerie in der steirischen Wirtschaftskammer.

„Es sind in den letzten Jahren sehr viele große Häuser dazugekommen und es setzt bereits eine gewisse Verdrängung ein. Wer nicht investiert, der wird es in Zukunft schwer haben.“ Manch einem Hotelier könnte diese Entwicklung die Schweißperlen auf die Stirn treiben.

Trend zu mehr Luxus
Der Konkurrenzdruck beschleunigt den Trend, der klar in Richtung größerer und hochwertiger Hotelbetriebe. Das belegen die Zahlen: In der Steiermark sank die Anzahl der Hotelbetriebe innerhalb der Sterne-Kategorisierung in den vergangenen fünf Jahren um rund fünf Prozent. Die Anzahl der Vier- oder Fünf-Sterne-Betriebe stieg im gleichen Zeitraum aber um vier Prozent.

Die durchschnittliche Kapazität der Hotels wuchs binnen fünf Jahren von 39 auf 43 Betten. 2021 fand bereits mehr als jede zweite Nächtigung in einem steirischen Hotel in einem Betrieb mit vier oder fünf Sternen statt. „Die Gäste planen kürzere Aufenthalte, wollen dafür aber mehr Qualität“, sagt Grabner.

Auch die Unternehmen gäben nun mehr Geld für die Unterkünfte ihrer Mitarbeiter auf Dienstreisen aus. Vor allem für die Grazer Hotellerie ist das ein wichtiger Faktor. Kongresse seien einer der wichtigsten Treiber für die Nachfrage, die in der Landeshauptstadt bereits an leichten Überkapazitäten leide, meint Dieter Hardt-Stremayr, der Geschäftsführer des Graz Tourismus.

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Nicht einmal in der Thermenregion wird etwas Neues gebaut. Das eine oder andere Qualitätszimmer könnten die Regionen schon noch vertragen.

Alfred Grabner, Obmann Fachgruppe Hotellerie der Wirtschaftskammer Steiermark

Kaum Bauprojekte in den Regionen
Während in Graz bereits zu viel Konkurrenz herrscht, gibt es in anderen steirischen Regionen sehr wohl noch Bedarf für neue Bauprojekte, wie Hotellerie-Obmann Grabner erklärt: „In den Bezirksstädten ist leider nicht viel passiert in den letzten Jahren. Nicht einmal in der Thermenregion wird etwas Neues gebaut. Das eine oder andere Qualitätszimmer könnten die Regionen schon noch vertragen.“

Zumindest im Murtal kann man diesbezüglich auf die Millionen von Dietrich Mateschitz hoffen: Nach der Übernahme eines Hotels in Spielberg könnte auch die im Mateschitz-Besitz befindliche Therme in Fohnsdorf in den kommenden Jahren eine neue Hotelanlage bekommen.

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