10.04.2022 13:01 |

Grazer Kleinkunstvogel

Lachen in der Pandemie: Kabarett-Preise verliehen

Die Vögel sind gelandet: Am Samstag wurde im Grazer Theatercafe mit dem Kleinkunstvogel einer der wichtigsten Kabarett-Nachwuchspreise des deutschsprachigen Raums vergeben. Den Jury-Preis holte sich die Liedermacherin Magda Simmel, der „Steirerkrone“-Publikumspreis ging an Alexander Hechtl.

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Die Pandemie hat Spuren hinterlassen - auch in der Welt des Humors. Zwei Jahre hintereinander musste der Grazer Kabarett-Nachwuchspreis verschoben und etwas improvisiert über die Bühne gebracht werden. Heuer nun waren Moderator Simon Pichler und das Team des Theatercafes wieder zurück an ihrem angestammten Platz im Kalender: Die Woche vor dem Palmsonntag gehörte ganz dem kabarettistischen Nachwuchs.

Der Humor in Zeiten der Pandemie
Doch auch an diesem ist Corona nicht spurlos vorübergegangen, wie das Finale des Kleinkunstvogels am Samstag in Graz bewiesen hat: Vom Alltag auf den Teststraßen, über die fabelhaften Argumente der Verschwörungstheoretiker bis zur Einsamkeit der Quarantäne machten die sechs Finalisten (Magda Simmel, Haze, Ellie, Alexander Hechtl, Andreas Rumpler und Moko) alles zum Thema, was uns alle in den vergangenen Monaten beschäftigt hat. 

Wohl am pointiertesten und feinsten brachte Gewinnerin Magda Simmel die Misere auf die Bühne. Die Liedermacherin besingt in ihren Songs den pandemischen Alltag: Die „Öde an die Post“ etwa handelt von ihrer verzweifelten Sehnsucht nach Nähe zum Paketboten. Aber sie erklärt in ihren Songs auch eine Wand in ihrer Wohnung zu ihrer besten Freundin. Und auch die Frage, ob PCR-Masken dabei helfen, das wahre Gesicht eines Menschen zu sehen, wirft sie in ihren sprachspielerischen, aber niemals pointenhaschenden, Songs auf. „Mit starker Bühnenpräsenz und toller Musikalität bringt sie mit der Einsamkeit der Pandemie ein ernsthaftes Thema humorvoll auf die Bühne“, urteilt die Jury.

„Steirerkrone“-Publikumspreis an Alexander Hechtl
Die Gunst des Publikums war auf der Seite von Alexander Hechtl. Mit philosophischem Feingefühl lotet er in seiner Comedy die Widersprüchlichkeiten des Alltags aus - von den Regeln der „guten“ Ernährung bis hin zu fehlgeleiteten Fortschrittshoffnungen. All das verpackt er in fabelhafte Fabulierkunst, an deren Ende meist paradoxe Erkenntnisse stehen wie: „Was die Welt braucht ist vor allem eines: reißfestes Butterpapier.“

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